Re: Ein Sozialbetreuer ist etwas anderes (Allgemein)

Astarte, Freitag, 25.07.2008, 17:35 (vor 6390 Tagen) @ Xandria

Danke für die ausführliche Antwort!

Ja, Du hast mit Deiner Beurteilung absolut Recht. Seit ich das letzte Mal hier war, sind ja nun auch schon ein paar Wochen vergangen. Damals stand die Sorge noch etwas mehr im Vordergrund, aber auch meine Verzweiflung, wie es weitergehn soll, war noch größer. Dafür war es an Streit und Zwietracht noch etwas weniger...*sfz*

Ich kam zu dem selben Schluss wie Du: geringstmöglichste Aufwand, um mir selbst noch in die Augen schauen können. Dazu gehört allerdings ebenfalls, dass ich endlich mal die Informationen über den aktuellen Stand erhalte, was zu einer guten Entscheidungshilfe gehört. Dabei geht es mir mittlerweile nur noch um das Kind, dem ich eigentlich den Kontakt ermöglichen wollte. Was mich betrifft, schenke ich ihm mittlerweile zu Weihnachten gerne noch höchstpersönlich den Strick, um sich selbst zu erlösen, wenn's sein müßte.

Warum die harten Worte? Weil er seinem, meinem Kind wehtut, keinerlei Einsicht zeigt, und als Mutter hört dabei ganz sicher jede Liebe auf.

Anfangs ging es noch ein wenig hin und her, weil ich mir nicht anmaßen wollte, den Kontakt zu verbieten, mir aber gleichsam Sorgen um ihr Wohl machte. Durch immer wieder falsche Versprechungen und Hoffnungen konnte das Kind keinen klaren Schnitt ziehen, fühlte sich insofern verantwortlich, dass sie ihrem Papa helfen und heilen wollte, was eine 7 Jährige natürlich absolut überfordert. Es kam zu Auffälligkeiten in der Schule, das Jugendamt schaltete sich ein. Es redete mir dann gut zu, einen konsequenten Schnitt zu ziehen, sprich: Kontaktverbot. Das Jugendamt hat allerdings keinerlei Weisungsbefugnis, nur Beraterfunktion. Um es offiziell zu machen, muss ich vor Gericht.

Im Grunde ist nichts Schlimmes passiert, es ist auch nicht zu fürchten,
dass er dem Kinde was antue, nur sie litt/leidet eben furchtbar unter der Situation. Und für mich als Mutter ist es ein nicht ertragbarer Unsicherheitsfaktor, da ich ja keinerlei Information über den weiteren Verlauf seiner Psychose habe. Nachdem was bei mir ankommt,läuft es wohl nicht so gut, auch wenn er sich in seiner eigenen kleinen Realität stabil eingerichtet hat.

Im Grunde bedürfe es nur zweiterlei: a) Informationen über den aktuellen Krankheitsverlauf. So etwas sollte nun in der Tat mein gutes Recht als Mutter zu sein zu wissen! b) Dass ihm ein Fachmann mal erklärt, wie er mit der Situation und Tochter umzugehen hat, da er davon defakto keine Ahnung hat, und sich überhaupt nicht in andere hineinversetzen kann, wie etwas ankommt c) ein klein wenig Kompromissbereitschaft, dass er wenigstens mit mir telefoniert um Termine auszumachen

Selbst wenn er so sehr gefasst wirkt, bedeutet alleine ein Telefonat mit ihr so viel Gefühlsaufruhr, dass er das Blaue vom Himmel verspricht bis hin zu "Morgen werd ich mich mit Mama versöhnen. Ich hab sie sehr lieb!" (Kind superselig) und am nächsten Tag Hasstriaden auf mich, und "Das habe ich nie gesagt. Das Kind lügt!" (Kind am Boden zerstört) Keine Ahnung, ob er es wirklich so wahrnimmt oder nur vor lauter Gefühlsaufruhr so hinstellt. Das gilt es für mich z.B. herauszufinden.

Ergo: Was das Kind betrifft möchte ich also eine Einigung / Aufweichen der Fronten. Zu aller Wohle, da ich prinzipiell Kontakt Kind-Vater erhalten möchte. Was ihn und mich angeht definitiv nicht mehr.

Aber man kann auch nichts erzwingen. Offenbar möchte er derzeit auch gar keinen Kontakt zum Kind ("Ohne mich ist sie besser dran!"), leidet aber dennoch unter der Trennung und kommt aus diesem eindeutigen Depridenken nicht heraus. Und selbst wenn ihm am Kind läge: Seine Depressionen und Sonstiges sind eindeutig größer. In seinem Herz ist nur Platz für den Angst und Selbstmitleid. Nur manchmal nach außen überlagert von einem aufbeblasenen Pseudo-Ego aus Selbstschutz.

LG,
Astarte
PS: Seid die Kleine keinen Kontakt mehr hat, konnte sie lernen, mit den Veränderungen klar zu kommen und blüht nun richtig auf [image]))


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