Re: Finanzielles und Schamgefühle (Allgemein)

Xandria, Freitag, 26.03.2010, 12:23 (vor 5785 Tagen) @ ChaosQueen

Liebe ChaosQueen,

huch, durch das Gewusele in den letzten Wochen hatte ich diesen Thread ganz vergessen und habe mich jetzt erst durch die vielen Antworten gelesen. Schamgefühl.. Ja, das kenne ich sehr gut. Hier ist weder der Ort noch der Zeitpunkt, um über meine Eltern zu sprechen (vielleicht aus Schamgefühl?), sagen wir einfach, dass ich im materiellen Überfluss lebte aber neben physischer Gewalt vorallem emotional verwahrloste. Nur durfte das keiner wissen, denn immerhin arbeiteten meine Eltern ja für uns, ihre Kinder, und was wären wir für undankbare Blagen, wenn wir uns deswegen auch noch beschweren würden. Immerhin hätten wir doch alles, was ein Kind sich wünschen könnte. Andere Kinder würden sich wünschen, solche Eltern zu haben, sagte man uns.

Das sehe ich z B ganz anders: Für die finanzelle Absicherung der Familie zu sorgen ist ja gut und erstrebenswert, aber wenn die Seele vergessen wird? Nein! Da ist Weniger mehr! Ich sage für mich immer; Wer ein Dach überm Kopf, Kleidung im Schrank und was zu essen hat, der ist nicht arm! Alles andere ist nur unnötiger Plunder. Aber ein Zuhause, wo man sich geborgen fühlt ist unersetzlich.

Es galt vorallem, den Schein zu wahren. Und genau das ist die Bürde, die ich nicht so schnell abwerfen kann.

Vielleicht ist dieser Trotz, Finazielles zu regulieren, eine Rebellion gegen mein Elternhaus und der unbewusste Versuch, es so weit zu treiben, bis der Schein nicht mehr gewahrt werden kann. Nur bin ich jetzt erwachsen und diese negative Aufmerksamkeit käme mir und nicht meinen Eltern zu. Aber sag das Mal meinem Unterbewusstsein. Es liegt auch nicht daran, dass ich nicht planen oder nicht haushalten KANN.

Was passiert in deinem Inneren denn, wenn du versuchts dich mit dem Thema zu befassen?


Ganz im Gegenteil: Im Job klappt das Organisieren ironischerweise herausragend gut. Doch muss ich wirklich ganz unten ankommen, damit es "klick" macht?

Das kenn ich auch! Was den Haushalt angeht, habe ich von zu Hause auch nie Strukturen mitbekommen, ich weiß bis heute nicht, wie meine Mutter ihren Haushalt "organisiert" hat. Mir fällt es auch nicht leicht, Strukturen bei mir zu Hause aufzubauen und über längere Zeit beizubehalten!

Im Job allerdings schon! Der Grund: Dort sind schon bewährte Strukturen VORHANDEN und mehr oder weniger wird man von seinem Arbeitsumfeld darin gehalten - des wegen gehts!

Liebe Grüße zurück

Xandria (durch ihre Schleiber-blickend)


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