Start in den Mittwoch (Allgemein)
Guten Morgen, liebe MMs!
Hier herrscht mal wieder das absolute Chaos!!!
Und ein altbekanntes Gefühl der Hilflosigkeit droht mich zu lähmen.
Gestern hat mein Noch-Angetrauter im KiZi für unseren Teenie endlich den Bodenbelag verlegt, der seit fast sechs Wochen unsere Garage blockiert hat. Und dazu das neue Bett aufgebaut, dessen Einzelteile ebenfalls in der Garage gestanden hatten.
Dazu mussten zwei Schränke geleert und verschoben werden. Zwischenlager: Mein Bett!
Außerdem etliche Umzugskartons und eine voller Schreibtisch. Zwischenlager: Unser Familienbad und das KiZi des Kleinen.
Jetzt haben wir oben: Ein fast leeres KiZi mit leeren Schränken, einem leeren Schreibtisch und einem Bett, in dem ein glücklicher und erschöpfter Teenager ausschläft. Und drei vollgekrempelte Räume - davon einer, der bis gestern als Badezimmer in Gebrauch war und den ich heute früh - nach einer weiteren Nacht auf dem Sofa - schon vermisst habe.
Weiterhin läuft natürlich der ganz normale Alltag mit drei Mahlzeiten und unserem üblichen Bedarf an sauberer Kleidung und Wäsche, an sauberen Fußböden, Sanitäranlagen und Möbeln, an leeren Mülleimern und vollen Lebensmittelnschränken ... für mich als eingefleischte Autofahrerin eine echte Herausforderung ohne Auto.
War vorgestern das erste mal zu Fuß einkaufen: 3,5 km Hinweg zu Fuß. Vom Rückweg die schlimmsten (weil steilsten) zwei Kilometer mit dem Bus und die anderen 1,5 km wieder zu Fuß - bergauf und bergab. Näher dran habe ich keine Haltestelle, um diese 1,5 km komme ich hier nicht drumherum ohne Auto. Diese Expedition muss ich jetzt mindestens dreimal pro Woche machen, da ich zu Fuß nicht alles auf einmal schleppen kann, was sonst bequem in den Kofferraum und auf die Sitze gepasst hat. In der Nacht auf gestern bin ich vor Schmerzen wachgeworden: Für solche Aktionen sind meine Knie definitiv nicht geeignet.
Mein Noch-Angetrauter ist begeistert: "Jeder Gang macht schlank!" ist ein Lieblingsspruch seiner Mutter, die (untergewichtig und mit intakten Gelenken) meine Knieprobleme stets als Folge meines Übergewichts angesehen hat, die bei einer Gewichtsreduzierung von selbst verschwinden würden. Dass ich nach einem Unfall vor über 30 Jahren diese Probleme auf Treppen und bei Steigungen schon als Schulkind hatte (das weniger als die SchwieMu gewogen hat und - abgesehen von eben diesem Unfallschaden in den Kniegelenken - kerngesund und sportlich war), wurde von den beiden hageren Sportskanonen stets als Schutzbehauptung zurückgewiesen.
Die Frage, ob ich als nichtberufstätige Hausfrau und Mutter überhaupt ein Auto brauche, war ein Hauptstreitpunkt in unserer Ehe. Seine Mutter hatte nie eins und mein GöGa hat überhaupt nicht eingesehen, warum er mir ein Auto finanzieren sollte, solange ich kein eigenes Geld verdient habe. Zum Glück hatte ich in den ersten Jahren nach der Geburt des Kleinen noch genug Reserven aus meiner Zeit als berufstätige Mutter, um stets ein verkehrstüchtiges Fahrzeug (wenn auch alt und nicht besonders chic) vor der Tür zu haben. Mit einem Schulkind und einem Neugeborenen einem kaputten Knie und 1,5 km Entfernung zur nächsten Haltestelle war mir das Auto stets unverzichtbar erschienen. Seit ich vor mehr als 25 Jahren meinen Führerschein gemacht habe, hatte ich fast immer ein Auto vor der Tür.
Als ich mich eine Weile aus Sparsamkeit sowie aus Umweltschutzgründen ohne Auto organisieren wollte, habe ich anders gewohnt. Näher an Schulen, Kindergärten, Ärzten, Supermärkten und Haltestellen als jetzt. Das geht auch, finde ich. Aber dort hat es meinem Noch-Angetrauten nicht gefallen. Wohnung zu klein und zu teuer, fand er, zu wenig Auslauf für Kinder, kein Garten, kein Keller, keine Garage
Es war sein ausdrücklicher Wunsch hierher in mein Elternhaus im Grünen (oder anders ausgedrückt: am A*** der Welt) zu ziehen. Ich habe das in Kauf genommen, weil die ruhige Lage hier ja auch gerade für Kinder viele Vorteile gegenüber der zentraler gelegenen und kleineren Wohnung bietet. Dennoch konnte ich mir nie vorstellen, diesen Haushalt hier draußen ohne Auto zu versorgen. Dieser Mangel an Vorstellungskraft bei mir hat meinen Mann immer geärgert, da es ja "andere Leute" (konkret: seine vorbildliche Mutter) es auch ohne Auto geschafft habeen, ihre Familie zu versorgen.
Ich habe das mal in Ruhe mir mit meiner Schwiegermutter geklärt und habe Folgendes erfahren: Seine Mutter hatte das Familienauto an drei von fünf Werktagen und sie fährt ohne jede Steigung (und ohne Gelenkschäden) mit dem Fahrrad in fünf Minuten ins Zentrum wo sie wirklich alles Notwendige besorgen und erledigen kann: Arzt, Rathaus, Post, Drogerie, Supermarkt, Discounter ... alles vor Ort. An den anderen beiden Tagen hatte der Schwiegervater das Auto, weil er Getränkekisten und andere schwere Dinge auf dem Einkaufszettel hatte, die sie selbst weder mit Rad noch mit dem Auto transportieren wollte. Auch der Schulbus fuhr bei ihnen fast vor der Haustür ab - als die Kinder noch zu jung waren, um mit dem Rad (ohne Steigung oder gefährliche Kreuzungen) in die Schule zu fahren. Insoweit gab sie mir Recht, dass ihre Lage seinerzeit nicht mit meiner hier draußen am Hang zu vergleichen war. Das zuzugeben fiel ihr schwer, weil sie mit der Anerkennung dieser Fakten ja ihrem Lieblingssohn in den Rücken gefallen wäre.
Meine Schwägerin (die ebenfalls kein "eigenes" Auto hat) fährt an vier von fünf Werktagen mit dem Familienauto alle Wege, die sie als dreifache Mutter in der Reihenhaussiedlung (in ähnlich "grüner" d.h. abgelegener Lage wie hier) zurücklegen muss, während ihr GöGa (der Bruder meines Noch-Angetrauten) mit dem ÖPNV zur Arbeit fährt. Nur einmal in der Woche fährt er nach der Arbeit zum Sport und nimmt dann die Familienkutsche morgens mit. Ähnlich halten es hier am Hang in der Siedlung die Familien mit nur einem Auto: Die Männer fahren ebenso wie die älteren Schulkinder mit Bus & Bahn, die Mütter mit kleineren Kindern sowie die Senioren fahren Auto. Wenn das Wetter schlecht ist, sieht man die Mütter frühmorgens als Haltestellen-Shuttle auf dem Weg zur Bahnstation, wo sie die Bus&Bahnfahrer absetzen. Bei schönem Wetter gehen die Männer und Kinder zu Fuß. Das fand mein Mann immer schon unzumutbar. Mit Bus & Bahn und dreimal umsteigen wäre er statt in 25 in 45 Minuten im Büro gewesen. Und das, obwohl er das Geld verdient. Die Frage war also nie: Kommen wir als Familie mit etwas gutem Willen mit einem Auto aus? Sondern sein Anliegen war, mir klarzumachen, dass ich als Vollzeithausfrau und Mutter ohne eigenes Einkommen auf mein Auto verzichten muss.
Jetzt kann mein Ex sich ganz entspannt zurücklehnen und bekommt durch reines Nichts-Tun seinen Willen: Endlich komme ich von Sofa hoch und bewege meinen fetten Hintern. Auto Totalschaden, finanzielle Reserven nach 3,5 Jahren ohne eigenes Einkommen völlig aufgebraucht und der Gebrauchtwagenmarkt dank der Abwrackprämie in dem von mir bevorzugten Marktsegment "alt, aber fahrtüchtig, unter 1000 €" vollkommen leer. Was dort derzeit angeboten wird, ist geschenkt zu teuer!!! Da sind die Kinder und ich halbtot, wenn ich den Zündschlüssel nur rumdrehe. Oder ich investiere vor dem Losfahren Unsummen in Reparaturen am Allernotwendigsten: Bremsen, Licht, Reifen, Getriebe, Motor ... Soviel Geld habe ich einfach nicht und ob ich irgendwann von irgendeiner Versicherung irgendetwas erstattet bekomme, wird das Gericht voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr entscheiden. Dabei fängt die schlechte Jahreszeit mit Schnee, Glatteis, Regen und Nebel erst an. Dann werden die (i.d.R. ungeräumten und schlecht beleuchteten) Fußwege hier erst richtig ungemütlich.
Nun habe ich das altbekannte Gefühl der Lähmung und Hilflosigkeit von allen Seiten beleuchtet. Soviel Licht bekommt ihm i.d.R. nicht gut, dann verflüchtigt es sich oft. Heute nicht.
Ich hocke wie gelähmt vor dem PC im Erdgeschoss. Unter Protest und Schmerzen haben meine Knie mich heute schon einmal in den Keller in die Waschküche getragen und werden mich gleich nochmal dahin und anschließend ins Obergeschoss tragen, damit die Große und ich entrümpeln können. Wenn ich an den Fußweg zum Supermarkt denke, bricht mir der kalte Schweiß aus. Dennoch muss es heute oder morgen sein, denn irgendetwas wollen wir ja essen und trinken ... Waschpulver und Klopapier hält auch nicht ewig ... mir ist zum Heulen und ich habe Angst vor den Wochen, die vor uns liegen.
Hoffentlich kann ich mir heute das Auto meiner Eltern ausleihen. Da rufe ich nachher mal an ... Haltet mir die Daumen, liebe MMs, dass ich damit heute oder morgen wenigstens die schwersten Brocken transportieren kann.
Mutlose Grüße von
Schlumpfine
gesamter Thread:
- Start in den Mittwoch -
Schlumpfine,
21.10.2009, 09:34
- Sorry, Xandria, hatte deinen Start nicht gesehen, als ich hier anfing (n/t)
-
Schlumpfine,
21.10.2009, 09:36
- Macht nix! War gestern auch mit Odille parallel.... (n/t)
-
Xandria,
21.10.2009, 09:56
- Macht nix! War gestern auch mit Odille parallel.... (n/t)
- Re: Start in den Mittwoch OT: @Schlumpfine -
Xandria,
21.10.2009, 10:23
- Re: Start in den Mittwoch OT: @Xandria - Schlumpfine, 21.10.2009, 10:39
- Re: Start in den Mittwoch - Janna, 21.10.2009, 10:41
- Re: @ Schlumpfine -- Mittwoch ....ohne Auto -
rieke,
21.10.2009, 14:11
- Re: @ Schlumpfine:Edeka liefert Lebensmittel (nur Link) -
Edeka,
21.10.2009, 16:29
- Bitte lies die Forenregeln und halte dich daran! - Beitrag gelöscht. - Birgit, 21.10.2009, 18:16
- Re: @ Schlumpfine:Edeka liefert Lebensmittel (nur Link) -
Odille,
22.10.2009, 07:48
- Re: Schlecker liefert (Hygiene-)artikel (mit Link) - Eva, 22.10.2009, 08:11
- Re: auch Edeka hat Billiges und man spart in der Zeit ja noch die KFZ-Kosten - Edeka, 22.10.2009, 11:26
- liebe rieke - Sanne, 23.10.2009, 12:37
- Re: Mittwoch ....ohne Auto ... ohne Wama ... - Micha, 24.10.2009, 14:23
- Re: @ Schlumpfine:Edeka liefert Lebensmittel (nur Link) -
Edeka,
21.10.2009, 16:29
- Stop ! (war: Start in den Mittwoch) - MarLe, 21.10.2009, 14:51
- Re: Start in den Mittwoch - Odille, 22.10.2009, 07:45
- Sorry, Xandria, hatte deinen Start nicht gesehen, als ich hier anfing (n/t)