Perfektion oder mein perfektes Versagen (Innenarbeit) (Allgemein)

Astarte, Mittwoch, 03.09.2008, 20:11 (vor 6351 Tagen)

Oh weh! Der Tag heute war anstrengend. Ich habe drei Poster aufgehängt![image]

Leider keine Ironie, wie man meinen könnte. Nein, ich habe mich heute tatsächlich 3 Stunden der Frage der Wanddekoration gewidmet, und bin über meinen Perfektionsimus verzweifelt. Und wehe der kleinste Farbton im Bildchen passt nicht zum Gesamtfarbkonzept
Sitze da. Starre auf leere Wände. Manchmal Minuten lang. Und kann mich nicht entscheiden. Nein, da passt es nicht hin. Da auch nicht. Und überhaupt...[image]

Wie Ihr ja wisst, bin ich ja nun in ein neues Leben umgezogen, und nach einigen Wochen des Durchhängens raffe ich mich endlich mal langsam auf. Die Umstände haben sich 200% geändert. Aber was mir heute zu schaffen macht, war zu spüren, dass sich innerlich noch nicht wirklich viel beim Thema Wohnung/Ordnung getan hat. TROTZ geänderter Umstände. Trotz bester Vorrausetzungen sitze ich immer noch da, grübel und grübel in einem dermaßen überzogenem Maße, habe ich immer noch nicht mein eigenes Maß an Ordnung etc. gefunden. Alles beim Alten!

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Aber wenn's denn nur diese Erkenntnis mit einhergehendem Frust wäre. Nein, leider ging es noch weiter. So mancher wird schon darauf gewartet haben, was wäre ein Beitrag von mir ohne die Erwähnung meines ganz persönlichen Schatten, meinem Ex?

Und die Erkenntnis schmerzt nun wirklich. Was ich / wir damals geplant hätten - gemeinsam zusammenziehen, gemeinsam an uns arbeiten, wäre nie und nimmer gut gegangen. Und ausnahmsweise mal nicht wegen ihm, sondern weil ich an so einem Tag wie heute begreife, dass ICH SELBST es gar nicht könnte.

Wir hatten uns vorgenommen wieder zusammenzuziehen, nicht nur weil wir wieder wie frisch verliebt waren, sondern um uns gegenseitig zu stützen. Haben ja sonst niemanden. Und ergänz(ten) uns prima, auch in unseren Problemen. Gegensätze und Gemeinsamkeiten in perfekter Mischung. *hüst*

Damit das alles auch funktioniert, war ich folgender festen Meinung: In der neuen Wohnung muss alles gleich sofort perfekt sein und seinen Platz haben, damit die Weichen gestellt sind. Der Rest - feste Gewohnheiten, Umstellung etc. - ergibt sich. Denn wenn die Umzugkisten erst ein halbes Jahr rumstehen und man monatelang Umzugschaos hat, dann ist gleich vorneherein wieder der Wurm drin. Ab Herbst hätte ich mich absolut auf das Studium konzentrieren müssen, dann hätte ich eh nichts mehr geregelt gekriegt. Also, bis dahin hätte es perfekt sein müssen. Ja sicherlich, das würde anstrengend. Da müsse man eben mal 3 Monate oder so durch. Klar, dann werden Messi und Co-Messi sich auch mal an in die Haare kriegen. Das wird Stress. Aber solange man das Ziel vor Augen habe?! Man wisse ja für was und für wen man es tue. Muss man sich eben durchbeißen.Ordnung... wir lieben uns. Das sind Oberflächlichkeiten. Davon lassen wir uns doch nicht die neu erwachte Liebe nicht verderben? Dann wird eben mal rumgemeckert, weil die Kiste noch rumsteht, aber wir müssen nur klar machen, dass das nicht persönlich gemeint ist
Dass ihm dies nicht so möglich ist, wie ich mir das dachte, machte er mir ja tragischerweise damit klar, indem er mich über Nacht und ohne Erklärung verließ und seit dem jedes vernünftiges Wort mit mir meidet. Ein bißchen verstehe ich es ja, vor allem je mehr ich über mich selbst und Messi gelernt habe. Habe zumindest begriffen, wieso er persönlich das nicht so wie ich oben sehen konnte. Meckern ist z.b. für ihn absolut ein Alptraum, selbst wenn ich zehnmal sage, es für nen guten Zweck und nicht persönlich gemeint. Druck? Führt zur totalen Panik. Etc. Ja, das mußte ich nun im Nachhinein sehr deutlich und auf sehr miese Art und Weise begreifen.

Was aber heute so ganz fies an mir nagt ist eben die Erkenntnis, dass es auch von meiner Seite aus nicht funktioniert hätte. Nie und nimmer hätte ich selbst es geschafft, einen perfekten Neustart ad hoc hinzulegen, in wenigen Wochen alles auf den Kopf stellen, so dass es erst mal läuft um mich dann wieder entspannt ins Studium zu vertiefen. Nie! Selbst wenn er utopischerweise perfekt mitgemacht hätte, wär's von meiner Seite aus gescheitert!

Wenn ich mir anschaue, dass ich momentan alle Zeit und Ruhe der Welt habe, erholt bin, die allerbesten Vorraussetzungen was Räumlichkeiten und Platz betrifft, kein "nervenden" EX, Hilfe vor Ort uvm., und wie mich dann dann trotzdem völlig in so etwas wie den perfekten Platz für ein Poster hineinstresse...und zwar wirklich stresse
... ach!!!....[image]

Es ist hoffnungslos. Bin wohl selbst dran schuld. Und möglicherweise war mein Ex sogar - so absolut absurd das auch scheint - wenigstens in diesem winzigen Punkt einen Schritt weiter. Denn ER wollte sich seinem Ordnungsproblem stellen, Na ja, wollte, aber kann wohl noch nicht. Aber ich hatte ja immer zehn Millionen Ausreden für MEIN Wohnungsproblem. Die Erziehung. Der Ex. Das Kind. Die fehlende Zeit. Die dämliche Wohnung, die eh nicht sauberzuhalten ist und wo Ordnungselemente keinen Platz haben. Und nun sind all diese Aber's weg... und trotzdem!!!

Tja, ne ziemlich harte Wahrheit, die noch einiges an Rattenschwänzen mit sich zieht.

Danke für's Mitlesen.

A.

Jedenfalls mir hast Du ein stückchenweit geholfen

Lisa Suisse, Mittwoch, 03.09.2008, 22:54 (vor 6351 Tagen) @ Astarte

Ja, mir hast du ein stückchenweit geholfen, liebe Astarte, als Du mir einmal empfohlen hast, für meine verschiedenen Zeitschriften Stellordner anzuschaffen. Inzwischen habe ich 3 gekauft. Sind ziemlich teuer. Aber sie helfen. Sie schaffen Ordnung. Die Zeitschriften haben einen Platz. Und das ist gut.

Dass Du für Dich mit der Zeit eine gute Möglichkeit findest, hoffe ich sehr.

Lb. Grüsse, Lisa Suisse.

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