@ Florian von Chaossinella: (Allgemein)

Chaosinela, Donnerstag, 28.08.2008, 21:15 (vor 6357 Tagen)

Lieber Florian,


die traurige Nachricht von Dir hat mich sehr betroffen gemacht.

Ich möchte Dir nur sagen, wie sehr ich mit Dir fühle in dieser für Dich so schmerzvollen ZEIT.
Meine aufrichtige Anteilnahme an Dich und Deinen Vater.

Mein größter Wunsch wäre, daß ich meine Mama (87 Jahre) auch bis zum letzten begleiten könnte, wenn es einmal
so weit ist ... Das kann für Dich und für Deinen Vater wirklich ein sehr großer Trost sein. Nicht jedem Menschen wird es vom Schicksal gegönnt - manche kommen einfach zu spät ... und leiden sehr lange darunter, daß sie sich von dem liebsten Menschen nicht rechtzeitig verabschieden konnten.

Mein Vater ist schon vor 33 Jahren im Alter von 62 Jahren ganz plötzlich und unerwartet am 30.Dezember (1 Tag vor dem Silvester) auf dem Bahnhof gestorben ... Es war sehr schwere Zeit für uns alle gewesen.

Man sagt: "Die Zeit heilt alle Wunden", aber es dauert ziemlich lange, bis man den Verlust von dem geliebten Menschen
irgendwie verkraften und akzeptieren kann. Das weiß ich aus der eigenen (mehrfachen) traurigen Erfahrung.

Ich wünsche Dir und Deinem Vati viel KRAFT in dieser schweren Zeit.

Liebe Grüße
von
Chaossinella.

Re: @ Florian von Chaossinella:

Florian, Freitag, 29.08.2008, 04:27 (vor 6356 Tagen) @ Chaosinela

Liebe Chaossinella,

vielen Dank für deine mitfühlenden Worte. Der Tod meiner Mutter hat mich in eine Krise gestürzt. Das ist im Prinzip normal; man liest von den vier Trauerphasen. Es gibt aber mindestens eine Besonderheit: Wenn mein Vater auch noch stirbt, bin ich völlig isoliert in der Welt. Keine Familie, kein Freund, nicht einmal "Bekannte". Ob man im Bedarfsfall wenigstens noch einen Ansprechpartner hat oder ob da wirklich überhaupt niemand mehr ist, ist noch einmal ein Riesenunterschied. Dieser Ausspruch stammt von meiner Mutter.

Da ich so schizoid-autistisch bin, sollte ich mir diese Gedanken eigentlich gar nicht machen. Aber erstens sind die Dinge nicht schwarz oder weiß und zweitens bin ich jemand, der über die Dinge reflektiert. Ich sehe natürlich, daß es besser wäre, wenn es anders wäre. Die Gesellschaft von Menschen ertrage ich nur schwer, aber das bedeutet nicht, daß ich diesen Zustand gut finden muß. Es bedeutet jedoch, daß es für das Problem kaum eine Lösung gibt.

Wer hilft mir im Alter? Niemand. Wer wird mir die Hand halten, wenn ich sterbe? Niemand. Wozu lebe ich eigentlich? Ich weiß es nicht. Solche Gedanken gehen mir zur Zeit durch den Kopf. Das hat durchaus auch etwas mit "Ordnung im Leben" zu tun. Insofern bin ich voll beim Thema.

Chaossinella, möge deine Mutter noch recht lange bei guter Gesundheit Leben!

Viele Grüße
Florian

Re: @ Florian von Chaossinella: / Nur ein paar Zeilen ...

Chaosinela, Freitag, 29.08.2008, 13:51 (vor 6356 Tagen) @ Florian

Lieber Florian,


wenn ich nur wüßte, wie ich dir helfen könnte ???

Wie ich dir Trost spenden könnte
Im realen Leben wäre es einfacher: da nimmt man den leidenden Menschen einfach in den Arm und versucht ihn
zu trösten, weint einfach mit und versucht ihn auf andere Gedanken zu bringen.

Manche Menschen können sich ein bißchen ablenken, wenn sie etwas mit anderen Menschen unternehmen,
die anderen möchten lieber alleine sein - und können die Gesellschaft von anderen Leuten schwer ertragen
Die Menschen sind ganz verschieden.

Ich kann deine Gedanken und Ängste sehr gut nachempfinden.
Für Deinen Vater mußt du der STARKE sein und versuchen, ihn zu trösten und ihm das Gefühl geben, daß er nicht alleine ist - DU bist doch für IHN da!

Du aber bräuchtest auch jemanden, der das gleiche für dich tun würde!

Die schlimmen Gedanken, wie es im Alter mir dir sein wird - mußt du jetzt irgendwie verdrängen,
weil sie dich noch mehr kaputt machen.

Manchmal bekommt man von ganz fremden Menschen (spontan und ganz unerwartet) mehr Hilfe und Unterstützung - als von manchen Familienmitgliedern.
In der heutigen Zeit lebt (auch) in der Familie (oft) "jeder für sich allein" ... so habe ich das Gefühl.

Ich habe ziemlich schlechte Erfahrungen mit sogenannten "ECHTEN" Freundschaften gemacht ... (in den letzten Jahren)
Daher ertrage ich die Gesellschaft von (vielen) Menschen auch sehr schwer, weil ich das Gefühl habe, daß sich die meistens (nur) verstellen und mir und den anderen etwas vormachen wollen. Sehr oft ist es (wirklich) auch so Wenn man in NOT ist, sinde die meisten "guten" Freunde einfach nicht mehr da.

Eigentlich bin ich z.Z. auch sehr einsam.

Meine Familienmitglieder leben in zwei anderen Ländern - einige hundert Kilometer trennen uns voneinander Meiner Mutter geht es gesundheitlich nicht mehr gut. Die Kräfte lassen nach - und es macht einen sehr unglücklich, wenn man es mitansehen und miterleben muß ... und es nicht ändern kann.

Florian, gibt es bei Euch in der Nähe vielleicht eine Kirche oder eine charitative Einrichtung,
die deinem Vater und auch dir ein bißchen helfen könnten? Es gibt sicher genug Menschen, die sich
von/aus gutem Herzen heraus um die Menschen kümmern, die sich gerade in einer schwierigen Situation befinden.
Die könnten deinem Vater in seiner Einsamkeit helfen - mit Besuch und Gesprächen.
Du bist doch berufstätig - und daher hast du nicht genügend Zeit. Ich möchte mich nicht einmischen oder
irgendwelche Ratschläge erteilen - ich möchte dir-Euch nur so GERN helfen - und weiß leider nicht - WIE ...?


Ich möchte Dir und deinem Vater viel KRAFT und GESUNDHEIT wünschen
und
daß die Trauer und die Schmerzen mit der Zeit weniger werden und
irgendwann dann durch die schönen Erinnerungen von früher ganz abgelöst werden werden
... ich tue mir sehr schwer mit der deutschen Sprache ... (Sie ist mir nicht sehr ans Herzen gewachsen).
Ich kann meine Gefühle (in der für mich fremden Sprache) leider nicht so gut ausdrücken.

Hoffentlich kannst du verstehen und nachfühlen, was ich dir eigentlich sagen/schreiben wollte

Liebe Grüße
von

Chaossinella.

@ Florian von Sabine

Sabine, Freitag, 29.08.2008, 14:46 (vor 6356 Tagen) @ Chaosinela

Hallo Florian,

ich möchte mich Chaossinella anschliessen und Dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Als ich die traurige Nachricht las war ich sehr betroffen. Und ich habe hin und her überlegt, wie ich Dir ein paar liebe tröstende Worte sagen kann. Ich wollte es perfekt machen, mit dem Ergebnis, das ich es bis heute gar nicht gemacht habe. Mir fällt es noch immer schwer, die richtigen Worte zu finden.

Ich hoffe, dass Du und Dein Vater Euch gegenseitig Halt sein können in dieser schmerzvollen Zeit. Und ich wünsche Euch beiden viel Kraft, die Trauer zu verarbeiten. Und ein liebevolles und verständnisvolles Umfeld.

Grüße,
Sabine

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