WILL nicht mehr MÜSSEN und SOLLEN. (Allgemein)

Xandria, Montag, 28.07.2008, 12:53 (vor 6389 Tagen)

Hallo liebe MMs,

Habe dieses WE richtig zu spüren bekommen, woher meine Blockaden kommen. Nämlich von ewigen müssen und sollen, aber eigentlich nicht wollen. Der empfundene Druck war so groß, dass ich Sonntag bei schönem Wetter daheim auf meiner Couch versackt bin.

Samstag

Gemusst habe ich: Für meine Mutter einkaufen, weil die sonst angeblich nichts mehr im Kühlschrank gehabt hätte. (O-ton: Gehst du heute noch einkaufen? Wenn ja ich habe nichts mehr für aufs Brot. Aber nur wenn du einkaufen gehst.)
Geplant hatte ich: Badezimmer putzen, Schönheitstag für mich und PT angehen (für Mutter und mich).

Endresultat: Habe das Einkaufen für Mutter bis auf die letzte Minute verschoben mit dazu gehörigem schlechten Gewissen, dass Mutter schon mit Insulin- oder Zuckerschock danieder liegt. Und bis zum Einkaufen nichts von dem eigentlich geplanten auf die Reihe bekommen. Dazu hat mich meine Freundin etliche Male angerufen, weil sie sich Sorgen um die Tochter – auf dem Weg in den Urlaub in die Türkei – gemacht hat und um mir noch mal gehörig Druck zu machen betreffend „unser gemeinsames“ Projekt, dass SIE sich wieder ausgedacht hat. Mich anzurufen, weil sie sich Sorgen macht ist ja noch okay, aber der andere Druck war einfach furchtbar.

Sonntag

Gewollt habe ich zu meiner anderen Freundin nach Düsseldorf, um beim Umzug zu helfen – musste ich aber wegen Verdacht auf Ansteckung mit pfeiferischem Drüsenfieber (bin eigentlich fit, also ist der Kelch wohl an mir vorüber gegangen, aber sicher ist sicher) absagen.

Gesollt habe ich von meiner anderen Freundin aus – ins Internetcafe um für „unser gemeinsames“ Projekt zu recherchieren. Was hat die sich nicht alles einfallen lassen, um mich aus meiner Hütte zu locken.

Endresultat: Wie gesagt, bei strahlendem Sonnenschein auf der Couch versackt. Habe mich noch nicht einmal gewaschen oder angezogen. Ein verschwendeter Tag.

Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich mein ganzes Leben lang nur gemusst und gesollt habe, sogar meinen jetzigen Beruf habe ich nie gewollt. Mein Traumberuf war Tierpflegerin, aber da ich ja eine leichte Gehbehinderung habe, hat man mir nahegelegt, dass ich doch besser einen Büroberuf – (überwiegend sitzende Tätigkeit) – erlernen SOLLTE. Was ich dann auch gemacht habe.

Dinge, die ich immer tun wollte, sobald ich sie tun soll – kann ich nicht mehr!

Stellt sich nur die Frage WAS WILL ICH EIGENTLICH? Das habe ich wohl über all die Jahre des Müssen und Sollen einfach vergessen.

Gruß Xandria

Wunschkonzert

Sakem, Montag, 28.07.2008, 13:24 (vor 6389 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

... meine Blockaden... Nämlich von ewigen müssen und sollen,

.
Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Es gehört beides dazu. Pflicht und Kür.
Manche Dinge im Leben kann man sich nicht aussuchen.
Die gehören dazu. Die MUSS man machen.
Ob man will oder nicht. Oder man muss mit den Konsequenzen leben,
wenn man es nicht tut.
So ist das.

aber eigentlich nicht wollen.

.
Wie gesagt: in manchen Dingen haben wir keine Wahl.
Deshalb sollte man es so schnell sie möglich hinter sich brngen.
Es muss ja keinen Spaß machen.
Dafür gibt es die Kür.
.

Der empfundene Druck war so groß, dass ich Sonntag bei schönem Wetter daheim auf meiner Couch versackt bin

.
Es war deine FREIWILLIGE Entscheidung den Druckaufbau zuzulasen
und auf der Couch zu versacken.
Es hat dich keiner gehalten an die frische Luft zu gehen.
.

Für meine Mutter einkaufen, weil die sonst angeblich nichts mehr im Kühlschrank gehabt hätte. (O-ton: Gehst du heute noch einkaufen? Wenn ja ich habe nichts mehr für aufs Brot. Aber nur wenn du einkaufen gehst.)

.
Deine Mutter scheint sich schon gar nicht mehr zu trauen, dich zu fragen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren:
- NEIN-Sagen
- Alternativen anbieten: HEUTE nicht, aber am- delegieren (Nachbarin, Menüdienst, Pflegedienst..)
- regelmäßige "Muttettage" einplanen und sie verbindlich versorgen
u.a.
.

Geplant hatte ich: Badezimmer putzen, Schönheitstag für mich und PT angehen (für Mutter und mich).

.
Warum hast du es nicht erledigt???
Nur du lebst dein Leben. Du bist auch für die nicht
gemachten Dinge verantwortlich!

Endresultat: Habe das Einkaufen für Mutter bis auf die letzte Minute verschoben mit dazu gehörigem schlechten Gewissen, dass Mutter schon mit Insulin- oder Zuckerschock danieder liegt. Und bis zum Einkaufen nichts von dem eigentlich geplanten auf die Reihe bekommen. Dazu hat mich meine Freundin etliche Male angerufen, weil sie sich Sorgen um die Tochter – auf dem Weg in den Urlaub in die Türkei – gemacht hat und um mir noch mal gehörig Druck zu machen betreffend „unser gemeinsames“ Projekt, dass SIE sich wieder ausgedacht hat. Mich anzurufen, weil sie sich Sorgen macht ist ja noch okay, aber der andere Druck war einfach furchtbar.

.
Abgrenzen?
Schuld sind immer die anderen?
Ihre Probleme sind nicht deine Probleme!
.

Gewollt habe ich zu meiner anderen Freundin nach Düsseldorf, um beim Umzug zu helfen – musste absagen.
Gesollt habe ich von meiner anderen Freundin aus – ins Internetcafe um für „unser gemeinsames“ Projekt zu recherchieren. Was hat die sich nicht alles einfallen lassen, um mich aus meiner Hütte zu locken.

.
Helfersyndrom?
.

Endresultat: Wie gesagt, bei strahlendem Sonnenschein auf der Couch versackt. Habe mich noch nicht einmal gewaschen oder angezogen.

.
Warum nicht? Wem willst du damit schaden?
.

Ein verschwendeter Tag.

Vielleicht hat er dir zum Nachdenken verholfen?
.

Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich mein ganzes Leben lang nur gemusst und gesollt habe, sogar meinen jetzigen Beruf habe ich nie gewollt. Mein Traumberuf war Tierpflegerin, aber da ich ja eine leichte Gehbehinderung habe, hat man mir nahegelegt, dass ich doch besser einen Büroberuf – (überwiegend sitzende Tätigkeit) – erlernen SOLLTE. Was ich dann auch gemacht habe.

.
Du bist heute erwachsen und kannst eigenveratwortlich
Entscheidungen treffen.
Nur du kannst was ändern.
.

Dinge, die ich immer tun wollte, sobald ich sie tun soll – kann ich nicht mehr!
Stellt sich nur die Frage WAS WILL ICH EIGENTLICH? Das habe ich wohl über all die Jahre des Müssen und Sollen einfach vergessen.

Als erstes mal die Opferrolle ablegen?
Und Verantwortung übernehmen für dein Leben?
Nicht im Selbstmitleid versinken.
Das Gejammere interessiert keinen.
So meine Erfahrung.
.
Auch wenn es nach harten Worten klingt,
dennoch zugewandt

Sakem
gwg

Re: Wunschkonzert

Xandria, Montag, 28.07.2008, 16:32 (vor 6389 Tagen) @ Sakem

Hallo Sakem,

deine Antwort trifft es einerseits auf den Punkt, andererseits geht sie an dem eigentlichen Problem vorbei – je nachdem wie man es liest.

Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass

- das Leben nicht nur Kür sondern auch Pflicht ist,
- andere mich nur unter Druck setzen können, wenn ich es zu lasse.
- ich mir mit meinem Verhalten nur selber schade,

aber

- seit langem überwiegt bei mir das Gefühl, dass alles mehr Pflicht ist, als Kür.
- Sogar die Dinge, die ich eigentlich gewollt habe, erscheinen mir irgendwann als lästige Pflicht,

- hinter dem Druckaufbau steht die Angst Verlassen und nicht mehr geliebt zu werden. Und ich weiß nicht was ich der Angst entgegensetzen soll. Mir wurde mein Leben lang suggeriert, dass wenn ich nicht so bin wie mich andere haben wollen oder ich nicht das tue, was andere von mir erwarten passiert etwas ganz Schlimmes (Mutter verlässt die Familie, wird krank oder versucht sich umzubringen. Oma wird krank etc....) Meine Mutter hat mir immer wieder gesagt, dass sobald es auf meinen Geburtstag zugeht, in der Familie irgendwelche Tragödien passieren. Ein echt schönes Gefühl, wenn der eigene Geburtstag immer mit irgendwelchen Familientragödien in Zusammenhang steht, kann ich dir sagen. Auch bei Freunden hatte ich immer das Gefühl ich müsste mich besonders anstrengen, damit sie meine Freunde bleiben. (Geschenke machen, teilen etc.....)

- wenn ich mein Verhalten so einfach ändern könnte, wie ich denn wollte – wäre ich nicht hier.

Entschuldige Sakem, aber so einfach, wie es in deinem Posting rüberkommt, ist das für mich nicht – Ich empfinde das so, als würde man sagen: „Ja, dann räum halt einfach auf.“ Aber genau das ist mein Problem, die Angst, die hinter meinem Verhalten steht und dieses leider immer noch steuert.


Ich möchte echt gerne meine Einstellung ändern, meine Angst einfach ablegen und anders handeln, als ich es bis jetzt getan habe – ich weiß nur nicht WIE!

Hast du oder irgendjemand hier eine Idee?

Xandria

Re: Wunschkonzert - das innere Kind

Astarte, Montag, 28.07.2008, 18:16 (vor 6388 Tagen) @ Xandria

Was wäre so schlimm daran, verlassen zu werden?

Schau dieser Angst direkt ins Gesicht. Wäre es nicht zum Teil auch eine Erlösung?

Am Ende bleibst immer noch Du. Dir selbst bleibst Dir treu. Aber das erwähntest Du oben schon: kaum noch Bezug zum Selbst zu haben.

Die Angst steht dem dazwischen. Wenn man Angst hat, lässt sich das ICH nicht wahrnehmen.

Stärke dein Selbst. Ich meine nicht mal direkt den Selbst-WERT, sondern die Selbst-WAHRNEHMUNG. Doch das ist nur einer der Punkte.

Wovor hast Du wirklich Angst, wenn es um das Verlassen werden geht?

Zu vereinsamen? Emotional innerlich zu verhungern? Nicht mehr gebraucht zu werden?

Wo kannst Du sonst noch emotionale Streicheleinheiten erhalten? Vielleicht mehr im Innen suchen statt im Außen, was man sich selbst "gönnen" kann oder an das sog. "Höhere Selbst/Über-Ich" wenden.

Bitte frag dein "inneres fühlendes Kind" doch einmal ganz konkret, was es möchte. Welche Bedürfnisse es hat. Ich meine damit nicht, was Du TUN willst, welche Ziele im Leben Du hast, sondern welche GEFÜHLE Du vermisst oder Angst hast zu verlieren. Nähe? Geborgenheit? Usw.

Kann sein, dass jenes "innere Kind" erst mal bockt und trotzig ist. Es wird es nicht gewöhnt sein, dass Du direkt mit ihm sprichst und vielleicht sogar mal tatsächlich bereit bis zuzuhören.

Diese Metapher lässt sich sehr gut ausbauen. Betrachte deinen obigen Beitrag: "Ich will aber nicht MÜSSEN und SOLLEN. Ich will, will, will nicht!*aufstampf*"

Was würdest Du tun, wenn Du bei einem Bekannten oder auf der Strasse diese Situation mit einem Kind miterleben würdest? Wie würdest Du auf solch ein Kind reagieren? Was würdest Du seinen Eltern empfehlen?

Und dann tue es. Übertrage es auf deine Situation und gehe so mit Dir selbst um. Aber sei dabei ehrlich. Wenn Du bei der Vorstellung denkst: "Was für ein ungezogenes Gör! Also, dem Balg würde ich aber mal gehörig..." (nur so als Beispiel)... dann solltest Du mal ganz tief in Dich reinspüren, denn daran kannst Du erkennen, wie Du Dich selbst behandelst.

LG,
Astarte

Re: Wunschkonzert - das innere Kind

Lisa Suisse, Montag, 28.07.2008, 20:52 (vor 6388 Tagen) @ Astarte

Hallo Astarte, das hört sich gut an, aber es so ganz zu begreifen, ist schwer. Nehmen wir mal an, es ist das "innere Kind", welches dieses noch kaufen möchte und jenes auch noch, obwohl ich "ihm" doch sage, dass wir das schon doppelt haben, soll ich dem inneren Kind dann nachgeben oder es zurechtweisen, wenn "es" ganz dringend danach ruft?
Gruss, Lisa Suisse.

Re: Wunschkonzert - das innere Kind

Astarte, Montag, 28.07.2008, 21:33 (vor 6388 Tagen) @ Lisa Suisse

Hallo Astarte, das hört sich gut an, aber es so ganz zu begreifen, ist schwer. Nehmen wir mal an, es ist das "innere Kind", welches dieses noch kaufen möchte und jenes auch noch, obwohl ich "ihm" doch sage, dass wir das schon doppelt haben, soll ich dem inneren Kind dann nachgeben oder es zurechtweisen, wenn "es" ganz dringend danach ruft?
Gruss, Lisa Suisse.

Hast Du selbst Kinder? [image]))

1.) Konsequent sein. "Wenn wir einkaufen, kriegst Du jedes Mal eine Kleinigkeit. EINE EINZIGE. Mehr nicht."

2.) Wenn man es schon hat, und es keine Ruhe geben will, Gegenvorschläge machen. "Wie wäre es stattdessen mit...?" Zum Beispiel das Geld sparen und dafür sich was gönnen, Eisessen etc.

Und jaaa... es trotz auch mal[image]. Dann muss dann hart bleiben. Aber eben nicht zu hart zu sich selbst.

Re: Wunschkonzert - das innere Kind

Lisa Suisse, Montag, 28.07.2008, 22:21 (vor 6388 Tagen) @ Astarte

Hast Du selbst Kinder?

............Nein, leider leider nicht.

1.) Konsequent sein. "Wenn wir einkaufen, kriegst Du jedes Mal eine Kleinigkeit. EINE EINZIGE. Mehr nicht."

2.) Wenn man es schon hat, und es keine Ruhe geben will, Gegenvorschläge machen. "Wie wäre es stattdessen mit...?" Zum Beispiel das Geld sparen und dafür sich was gönnen, Eisessen etc.

....................Glaube mir, Astarte, das ist alles nicht genug!!! Bitte verstehe mich richtig. "Das innere Kind", wenn es so recht wimmert und weint, glaube mir, dann ist fast nichts mehr genug.
Es fällt mir zu schwer, dies verständlich zu machen.

Und jaaa... es trotz mal[image]. Dann muss dann hart bleiben. Aber eben nicht zu hart zu sich selbst.

............Ich könnte mir vorstellen, dass eine Frau, welche ein eigenes Kind grossgezogen hat, indem sie dieses tat, gleichzeitig auch ihr eigenes "inneres Kind", sofern es ihm noch an etwas mangelte, mit "hoch ziehen" konnte.

Weitersuchen! Lb.Gruss, Lisa Suisse, und Danke.

Re: Wunschkonzert - das innere Kind

Astarte, Dienstag, 29.07.2008, 00:54 (vor 6388 Tagen) @ Lisa Suisse

<i<>............Ich könnte mir vorstellen, dass eine Frau, welche ein eigenes Kind grossgezogen hat, indem sie dieses tat, gleichzeitig auch ihr eigenes "inneres Kind", sofern es ihm noch an etwas mangelte, mit "hoch ziehen" konnte.

Weitersuchen! Lb.Gruss, Lisa Suisse, und Danke.[/i]

Ja, dem ist so. Durch meine kleine Tochter habe ich auch viel über mich selbst gelerntWas natürlich vorraussetzt, dass man auch bereit ist, von den kleinen Winzlingen zu lernen. Und doch bin ich immer noch furchtbar ungerne Mutter, bin lieber selbst kleines Kind und "große Schwester"... da gibt es nämlich diesesn MÜSSEN und SOLLEN nicht so sehr.

das innere Kind zurechtweisen oder ihm nachgeben

rieke, Montag, 28.07.2008, 21:38 (vor 6388 Tagen) @ Lisa Suisse

Hallo Lisa Suisse,
wenn ich Deine Frage lese,
.... >Nehmen wir mal an, es ist das "innere Kind", welches dieses noch kaufen möchte und jenes auch noch, obwohl ich "ihm" doch sage, dass wir das schon doppelt haben, soll ich dem inneren Kind dann nachgeben oder es zurechtweisen, wenn "es" ganz dringend danach ruft?
meldet sich mein inneres Kind und ist ganz traurig, wenn es solche Begriffe wie
"zurechtweisen" oder auch sogar "nachgeben" liest.
Würde ich es so behandeln, fühlte es sich sehr sehr ungesehen und unverstanden
und sähe für sich nur noch die Möglichkeiten, abzutauchen oder noch mehr Rabatz zu machen,
noch mehr zu drängeln, zu fordern.
So war es jedenfalls in den noch nicht solange zurückliegenden Zeiten,
in denen auch ich nachgab (um mich nicht mit mir auseinanderzusetzen)
oder zurechtwies,(um durch Verbote und Regeln meinen Wünschen und Bedürfnissen auszuweichen),
Hinsehen und Hinfühlen verweigerte und nicht genau wissen wollte,
warum wollte dieses innere Kleine denn eigentlich noch was haben .
Ich fragte nicht, wo der Mangel wirklich liegt.
Heute weiss ich es auch nicht immer.
Aber heute frage ich .
Und finde öfter, es gibt immer wieder etwas, womit ich es dann zufriedener machen kann
als mit dem geforderten Kauf z.B..
Das hilft eine Menge.
Und es gibt dann weniger Kampf in mir, mehr Achtsamkeit, mehr Verstehen.
Mehr Selbstannahme dazu.

[image]
lg rieke

Re: das innere Kind zurechtweisen oder ihm nachgeben

Lisa Suisse, Montag, 28.07.2008, 22:09 (vor 6388 Tagen) @ rieke

Hallo Rieke, Danke für Deine Antwort.

Würde ich es so behandeln, fühlte es sich sehr sehr ungesehen und unverstanden
und sähe für sich nur noch die Möglichkeiten, abzutauchen oder noch mehr Rabatz zu machen, noch mehr zu drängeln, zu fordern.

............ das stimmt. So ist es.

Hinsehen und Hinfühlen verweigerte und nicht genau wissen wollte,
warum wollte dieses innere Kleine denn eigentlich noch was haben .
Ich fragte nicht, wo der Mangel wirklich liegt.

............ das nun wiederum tue ich nicht, liebe Rieke. Ich habe allmählich eine Ahnung gewonnen, was dieses innere Kind eigentlich braucht, aber ich habe es nicht immer zur Verfügung, was es braucht, es ist nicht (immer) vorhanden, nicht genug vorhanden, nicht in diesem grossen Mass vorhanden, wie es gebraucht wird, vielleicht ein übergrosses Mass. Und wenn dieses eine längere Zeit nicht verfügbar ist, dann ruft das innere Kind ganz heftig nach einem Ersatz, wenigstens nach einem materiellen Ersatz.

Und finde öfter, es gibt immer wieder etwas, womit ich es dann zufriedener machen kann
als mit dem geforderten Kauf z.B..

............ das finde ich natürlich wunderbar, wenn Du immer öfter etwas findest, womit Du es dann zufriedener machen kannst (im Grunde, das innere Kind, etwas Materielles braucht es ja in Wirklichkeit gar nicht, glaube ich wenigstens)

............Ohje, ist das alles schwer.

Liebe Grüsse und Mut für uns beide, Lisa Suisse.

Entscheidungen

Mira, Dienstag, 29.07.2008, 01:02 (vor 6388 Tagen) @ Sakem

Hallo Sakem,

hm, ich finde deine Antwort gerade hier in diesem Forum schon relativ hart. Mir geht es zur Zeit ähnlich wie Xandria mit dem Müssen und Sollen und Wollen. Ich will zur Zeit manches einfach nicht. Ich sehne mich mal nach einer echten Auszeit, wo eirklich niemand etwas von mir erwartet. Ich habe drei noch relativ kleine Kinder und ich habe mich für hedes einzelne gerne entschieden. Ich bin wahnsinnig gerne Mutter und eigentlich ja auch zufrieden mit meiner bisherigen Lebensplanung. Aber trotzdem wird mir zur Zeit vieles zuviel, es fehlt mir an Unterstützung, es fehlt an Zeit für mich selbst. Ich bin dieenige, die sich permanent um andere (hauptsächlich meine Kinder) kümmert. Aber zur Zeit will ich das nicht. Irgendwie ist auch der Druck zu groß geworden. Ich will das nicht immer alles fast kkomplett alleine meistern müssen, ich will mich einfach mal eine Zeitlang um niemanden kümmern müssen, um wieder Kraft für mich zu bekommen.

Und bei anderen Dingen? Entscheiden wir uns wirklich immer slebst für das, was wir tun? Für mich ist eine Entscheidung eigentlich etwas bewußtes. Entscheidungen treffe ich, indem ich vorher wenigstens kurz Vor- und Nachteile abwäge und über Alternativen nachdenke.
Das kann ich nicht bei allen Dingen im Leben. Sonst wäre ich bestimmt kein Messie. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich irgendjemand hier für das Messiesein entschieden hat. Ich hatte eher so den Eindruck, dass mich das so überrollt hat und ich in dem Mioment zu schwach war, um das aufzuhalten. Ich habe mich entschieden gegen den Mess und das innere Chaos in mir zu kämpfen, aber ich habe mich damals nicht entschieden, das überhaupt zuzulassen.

Oder auch meine Stimmungsschwankungen. Ich bin zwar gerne mal nachdenklich usw., aber ich bin nicht gerne depressiv. Das kommt oft so über mich, ohne dass ich dazu die Entscheidung treffe. Und dann geht es mir mies und trotzdem erwartet die Welt und vor allem die Familie von mir, dass ich funktioniere. abe mir geht es dann so schlecht, dass ich nicht funktionieren will, zumindest nicht so, wie die anderen es gerne hätten.

Klar, ist man prinzipiell erst mal selber für sein Leben verantwortlich und wenn man etwas ändern will, muss man sich bewußt dafür entscheiden und es dann auch anüacken. Aber ich glaube auch, dass einem manche Dinge im Leben einfach passieren, ohne dass man sich dafür entschieden hat. Und die können dann eben auch so kleine Dinge beeinflussen wie das rumhängen am Sonntag nachmittag, obwohl man eigentlich andere Pläne hatte. Dann hat man sich nicht unbedingt entschieden, die eigentlichen Pläne zu verwerfen, sondern dann wurde man z.B durch eine Depression oder sonstiges gelähmt.

Ich habe auch so meine Probleme mit Sätzen wie: Manche Dinge müssen eben sein, da muss man einfach durch. Warum? Für wen? Muss ich für die Gesellschaft da draußen funktionieren?
Okay, wenn ich Kinder habe, dann müssen manche Dinge sein. Die Kinder sind mir heilig. Aber sonst? Sonst ist das MEIN Leben und da will ich nicht permanent Dinge tun müssen, die andere von mir erwarten. Es ist manchmal erstaunlich, dass es dann oft auch ohne diese Dinge geht und funktioniert.

LG, Mira

Ich auch nicht

Donna @, Montag, 28.07.2008, 13:41 (vor 6389 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

das kenne ich gut. Jetzt schreib ich vielleicht pathetisch, aber ich glaube, dass es unsre Seele ist, die sich dann sperrt, wenn wir immer nur auf die Forderungen und Vorstellungen der andern hören und schon gar nicht mehr wissen, was wir wollen, was unser Beitrag zum Leben ist.

Vor einiger Zeit habe ich ein Heft angefangen, vorne "Was mich heute gefreut hat" und von hinten her "Ich will", in das ich täglich schreibe (klappt nicht immer). Es fällt mir schwer, bei "Ich will" zu schreiben. Manchmal tappe ich in die Falle und schreibe "Ich will aufräumen und dann spazierengehen", denn ich will nicht die Bohne aufräumen. Es geht besser, wenn ich schreibe "Ich will spazierengehen", dann mach ich vorher "automatisch" ein paar Handgriffe.

Üben wir weiter, rauszufinden, was wir wollen?!

LG
Donna

Re: WILL nicht mehr MÜSSEN und SOLLEN.

Astarte, Montag, 28.07.2008, 15:32 (vor 6389 Tagen) @ Xandria

Ja, die eigenen Bedürfnisse erst mal herausfinden... ein sehr, sehr wichtiges Schlagwort.

Meinereiner tut zwar derzeit gar nichts, da aber da ich nicht "lebe", mache ich auch wenigstens auch keine Unordnung. Dafür ist mein Grübelzwang sehr aktiv, und nach 5 Monaten des ausgeprägten Grübelns und sonst so gut wie gar nichts tun, bin ich nun bereit, in meinem Kopfchaos abschließendes Chaos zu bringen. Die Ergebnisse sieht man zwar hier, wenn ich mich auch in To-Do-Liste ziemlich rar mache.

Wie dem auch sei, Selbsthass, sich selbst verzeihen, gelernte Hilflosigkeit, schnitt ich schon an die Tage. Und "die eigenen Bedürfnisse herausfinden" steht auch ganz oben auf der Liste. Soooooo groß ist der Berg an Gedanken, wieso das absolut das A und O ist für aktive Selbsthilfe ist nach getaner Innenarbeit. Hier mal nur eher in Stichpunkten:

(Man merkt, wie lange alleine schon das Vorwort ist)

Auf der einer bestimmten Messi-Seite, die hier wohl etwas unbeliebt ist, las ich ein paar Vorlesungen von Psychologe zum Thema Handlungs/Willenslähmung beim Messisyndrom. Hier gab es eine sehr nettes Affektmodell, dass u.a. anderem erklärte, wieso ständiger Druck zur Selbstentfremdung führt und dafür den Focus mehr auf "Objekte" lenkt.

In meinem Bachblüten-Arbeitsbuch wird von Fühl-Ich und seinen Bedürfnissen gesprochen, dass nicht mehr richtig mit dem Denk-Ich kommunziert, was wiederum dafür sorgt, dass man das SELBST und seine Bedürfnisse nicht wahrnimmt.

Noch ungefähr drei weitere Psychologiebücher, die letzten 3 Monate.

Kreativ geschriebene Dialoge mit meinem Innenpersönlichkeiten.

Und auch in den Chakrentherapien kann deutlich den Zusammenhang gewisser Verhaltens/Denkmuster zum fehlenden Bezug zum ICH fühlen.

Ich fürchte, ich hab jetzt gar nicht wirklich etwas dazu gesagt. Meine Gedanken sprudeln die letzten Tage viel zu sehr über. Aber ich bin ja gerade dabei, mir einen aktiven Plan zu machen, wie man sich mehr mit dem eigenem Selbst verbinden kann mit praktischen Tips aus Psychologie und Spiritualität. Wenn ich fertig bin, werde ich es wohl dann hierher posten.

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was will ich eigentlich ... Re: WILL nicht ...

Micha @, Dienstag, 29.07.2008, 12:19 (vor 6388 Tagen) @ Xandria

Hallo !

Hab eben auf der Suche nach Info´s zu Antje Sabine Naegeli diese Seite gefunden :

http://www.gesundheitberlin.de - infotext -
Unterstützung und Begleitung von Selbsthilfegruppen für ´Messies´

Copyright 2003 by Gesundheit Berlin e.V.

.

Einige Satz-Teil-Zitate die mich beschäftig(t)en
<ul>- nach einem Jahr sah es in so mancher Wohnung wieder genauso aus
- Es gibt eine große Diskrepanz zwischen dem Bedarf an Hilfe und den tatsächlichen Angeboten
- „Gefangen zwischen Chaos und Perfektion“
- Der Perfektionismus steht für die Angst, Fehler zu machen.
- Die Angst ist so groß, dass Entscheidungen aufgeschoben werden
- und viele Handlungen schließlich gar nicht ausgeführt werden. Vieles
- wird nicht zu Ende gebracht, weil es immer noch etwas zu verbessern gibt
- Chaos kein Problem sondern ein Symptom - Ein Symptom dafür, dass die Seele aus irgend-
- welchen Gründen aus dem Gleichgewicht geraten ist.

- ... es gilt das ungeschriebene Gesetz : “ Wer Unordnung hat ist im Unrecht“
- Zur Stärkung des Ichs gehört auch zu lernen die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.
- ... zu hinterfragen, was will ICH, was brauche ICH, wer bin ICH.

- ... Bewusstmachen der eigenen inneren Prozesse
- Auseinandersetzung mit den eigenen Denkmustern

- ... Hinterfragung von Abwehrmechanismen
... <tt>Zuletzt aktualisiert am 12.07.2006 11:27:50 | Autor: Gesundheit Berlin e.V.</tt></ul>

# Die Weitergabe der Inhalte zu privaten Zwecken ist ... bei digitaler Weitergabe mit einem Link auf www.gesundheitberlin.de gestattet.

.

Recherche@Micha

Sakem, Dienstag, 29.07.2008, 12:37 (vor 6388 Tagen) @ Micha

Hallo Micha,

deine Recherchearbeit ist eine Bereicherung für das Forum.
ich möchte mich mal dafür ganz dolle bei dir bedanken.

[image][image][image]
.
Sakem

Re: WILL nicht mehr MÜSSEN und SOLLEN.

Xandria, Dienstag, 29.07.2008, 12:54 (vor 6388 Tagen) @ Xandria

erstmal herzlichen Dank an alle, die auf mein Posting geantwortet haben.

Eure Postings habe mich zum Nachdenken angeregt und mich wieder ein Stück weiter gebracht.

Ich fühle schon lange diese Diskrepanz zwischen meine Handeln und Tun und meinen Bedürfnissen. Auch sehe ich dieses innere Kind schon lange vor mir, bin aber nie auf dessen wirklichen Bedürfnisse eingegangen.

@Astarte,

es wäre schön, wenn du mir mehr über deine kreativen Dialoge erzählen könntest. Vielleicht magst du auch mal ein Beispiel posten? Würde mir zumindest weiterhelfen.

Danke Xandria

Konferenz der Innenpersonen - vorsichtig lang

Astarte, Dienstag, 29.07.2008, 21:36 (vor 6387 Tagen) @ Xandria

es wäre schön, wenn du mir mehr über deine kreativen Dialoge erzählen könntest. Vielleicht magst du auch mal ein Beispiel posten? Würde mir zumindest weiterhelfen.
Danke Xandria

Ohje, das ist jetzt etwas schwierig. Aber ich will's versuchen.

In erster Linie handelt es sich um Selbstgespräche. Punkt. Ich stelle mir halt zum Beispiel wirklich vor, ich würde jetzt mit (m)einem Kind reden. Ich höre dann die Antworten in meinem Kopf. Da ich ein sehr fantasiebegabter Mensch bin, und ständig im Kopf mit mir selbst diskutiere, habe ich darin sehr viel Übung. Es ist ja auch nicht so, dass man sich die Antworten des "fiktiven Gesprächspartner" (hier: Das innere Kind) mühsam selbst ausdenkt. Sondern es läuft über die Kreativität, instinktiv.

Meine derzeitigen Dialoge sind hingegen wirklich etwas für Fortgeschrittene. Ich und meine Innenpersonen halten derzeit regelrechte KONFERENZEN! Da es selbst für mich unüberschaubar wird, schreibe ich es als eine Art Geschichte. Die Eingebungen kommen dann während dem Schreiben. Folgendes schrieb ich zum Beispiel vorgestern. Als Fremder wird man die ganzen Bedeutungen zwar nicht wirklich nachvollziehen können, aber für mich entstehen dann klare Bilder, mit denen ich direkt arbeiten kann...

Folgendes z.B. ist mein neuster "Wahn" der kreativen Innenarbeit. Aber man muss es ja nicht ganz so krass betreiben[image]. Aus dieser Episode (s.u.)die ich so in meinem Kopf sah und unbedingt schriftlich festhalten mußte, lernte ich z.B. dass mein Mitgefühl falsch gepolt ist, und verzweifelt Ausschau nach meinem Ex hält, statt sich um uns selbst zu kümmern. Ich hatte nun ein ernsthaftes Gespräch mit diesem Innenaspekt, und ... - holla! - ... seit dem habe ich einiges im ganz neuem, besserem Licht sehen können. Aber wie gesagt, ich glaube, dass ist dann schon eher was für Fortgeschrittene mit Mut zu einer kreativen Form der Schizophrenie [image])))


Folgende Innenpersonen treten auf:

Die verzeihende GÖTTIN: Kontakte zum höheren Selbst
Die Sternen-PRIESTERIN: Spiritualität
Der Krieger: Zorn, Wut, Verletzt-sein, verletzter Stolz
Der Vampir: Lebensfreude, Integration des eigenen Schattens
Die jungfräuliche HINGABE: Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit, Demut
Der verständige ALCHEMIST: Mein Grübel-Ich
Die mütterliche HEILERIN: sich selbst was Gutes gönnen, müttlerlichkeit
Die trauernde WITWE: spricht für sich selbst
Jungfer MITGEFÜHL:
Das hilflose OPFER: die frisch-verlassene jahrelang Messi-Angehörige-Gequälte
AKASHA: Mein Bewußtsein/Alltagsdenken

Ein heruntergekommenes Konferenzzimmer in einer altersschwachen Burg. Verschiedene alterschwachen Gewänder der einzelnen Persönlichkeiten und entsprechende Requisiten und Erinnerungsstücke lassen das Zimmer mehr wie eine Rumpelkammer wirken.

Auf einer zerschlissenen Couch liegt der leblose Körper des VAMPIRs, wird von der jungfräulichen HINGABE mit besorgter Miene umsorgt. JUNGFER MITGEFÜHL steht abwesend am Fenster und hält mit einem Feldstecher Ausschau nach IHM. Alle anderen sammeln sich am Tisch rund um die verwundete und verbundene AKASHA. Die PRIESTERIN und GÖTTIN halten sich im Hintergrund, der KRIEGER läuft unruhig umher, die Hand fährt immer wieder auf seinem Schwertgriff.

ALCHEMIST: „Und? Wie gehen wir weiter vor?“

KRIEGER: - knurrend - „Gar nicht!“

AKASHA: - befühlt stöhnend ihren Kopfverband -

HEILERIN: „Alles in Ordnung?“

AKASHA: „Nein. Ganz und gar nicht. Ihr macht mich wahnsinnig.“

JUNGFER MITGEFÜHL schaut kurz besorgt über die Schulter, späht dann weiter durch das Feldstecher.

GÖTTIN: „Verzeihung.“

KRIEGER äfft die Göttin nach und erntet einen bösen Blick, der ihn sofort zur Vernunft bringt.

HEILERIN: „Können wir irgendwas für Dich tun?“

AKASHA schüttelt den Kopf.

ALCHEMIST: - wälzt in seinen Unterlagen – „Also, ich bin sicher... die Antwort... steht irgendwo hier. Wir müssen nur,...“

WITWE: „Ach, lass gut sein. Das bringt doch eh nichts. Weg ist weg.“

ALCHEMIST: „Nein, das akzeptiere ich nicht. Wenn ich nicht aufgebe, solltest Du das auch nicht.“

OPFER: „Soll ER doch bleiben wo der Pfeffer wächst.“

KRIEGER: „Das wäre viel zu gut für IHN!“

HEILERIN: - zu AKASHA - „Ein neuer Mann vielleicht? Würde das helfen?“

AKASHA schaut sie wie eine Geisteskranke an.

OPFER: „Vergiss es! Ohne mich! Nie wieder!“

KRIEGER: - legt sanft die Hand auf OPFERs Schulter – „Keine Sorge. Ich beschütze Dich!“

OPFER: „Ach ja?! ACH JA? Und wo warst Du als ich Dich...“

JUNGFER MITGEFÜHL: - ohne hinzusehen - „Sssschtt! Ich kann mich nicht konzentieren! (-zu sich selbst -) Wenn ich nur wüßte, wie es ihm geht...“

KRIEGER: „Bah! Wie wäre es denn mal, wenn sich das werte Mitgefühl um SIE (- deutet auf AKASHA- ) kümmern würde, statt um diesen Bastard!“

GÖTTIN fixiert den Krieger bis er sich deutlich unwohl fühlt.

GÖTTIN: : „Du meinst in Selbstmitleid versinken?“ – deutet mit einer leichten Geste Richtung Opfer.

PRIESTERIN: - seufzt –

WITWE: „ER hat es nicht mit Absicht gemacht.“ – nickt dem Alchemisten zu -

ALCHEMIST: „Danke, genau das wollte ich auch gerade sagen.“

OPFER: „Das könnt Ihr mal gleich wieder vergessen. Nie wieder lass ich einen Mann so nahe an mich ran. Versucht es erst gar nicht!“

Alle Augen ruhen nun auf der WITWE.

WITWE: „Nun ja... ich... weiß nicht...“

KRIEGER rollt mit den Augen.

WITWE: „Ich meine, will sagen... ein bisschen Trost wäre schon ganz nett. Aber es wird halt niemals...“

WITWE beginnt leise zu weinen, AKASHA und ALCHEMIST tauschen verstehende Blicke.

AKASHA: „Es ist noch zu früh.“

ALCHEMIST: „Was wir brauchen ist eine Art Waffenstillstand.“

KRIEGER: - schnaubt –

JUNGFER MITGEFÜHL wird kurz hellhörig, der ALCHEMIST fordert sie auf, sich zu ihnen an den Tisch zu gesellen, aber sie schüttelt den Kopf, kann sich nicht vom Fenster losreisen.

ALCHEMIST: „Aber denkt ihr nicht auch, dass es uns allen helfen würde, wenn es zu einer Aussprache käme?“

JUNGFER MITGEFÜHL nickt entschieden hinter dem Feldstecher. Allgemeine Ausrufe der Empörung.

AKASHA: - zornig - „Du meinst, ich... ich meine ICH... soll ihm helfen, damit es IHM besser geht?“

HEILER: „Ruhig, nicht aufregen. Sonst platzt die Wunde wieder auf.“

PRIESTERIN: „Würde Dir es denn nicht auch helfen?“

AKASHA: „Aber es ändert nichts. Mein Leben bleibt immer noch genauso scheiße, nur dass er seine ...“ - verzieht verächtlich das Gesicht – „... Freiheit noch mehr genießen kann.“

OPFER: „Kommt nicht in Frage!“

KRIEGER: „Elendig verrecken soll er!“

OPFER: - sieht Krieger dankbar an –

GÖTTIN: „Hassen hilft uns auch nicht weiter.“

KRIEGER: „Mir schon!“

GÖTTIN: - lächelt milde – „Sei nicht trotzig.“

AKASHA: „Im Ernst. Das Opfer hat recht. Es kommt überhaupt gar nicht in Frage, dass wir IHM helfen, und selbst nichts davon haben. Das hat ER nicht verdient.“

WITWE: „Hatten wir nicht geschworen, IHN zu ehren und zu lieben, in guten wie in schlechten Tagen?“

HINGABE: - blickt skeptisch vom Krankenlager des Vampirs auf, verkneift sich aber ein Kommentar -

AKASHA: „Welchen Sinn sollte das jetzt noch haben? ER ist tot.“

WITWE: - senkt traurig den Blick –

ALCHEMIST: „Das sehe ich anders. ER ist krank. Von einem Wahn befallen, und...“

KRIEGER: - zückt sein Schwert - „Ich befreie IHN gerne davon!“

OPFER: - empört zu Witwe – „ER hat uns beinahe umgebracht! Wie kannst Du ihn da verteidigen?“

WITWE: „Aber nur beinahe!“

AKASHA: „Schlimm genug!“

JUNGFER MITGEFÜHL setzt sich endlich müde und nachdenkllich zu ihnen an den Tisch, reibt sich die Augen.

JUNGFER MITGEFÜHL: „Glaubt ihr, dass er jetzt genauso dasitzt? Dass er auch so viele Persönlichkeiten hat.“

AKASHA: „Auf jeden Fall nicht bewusst!“

WITWE: „Ich bin sicher, er hat noch Gefühle für uns. Irgendwo tief in sich..“

ALCHEMIST: „Davon gehe ich auch aus. Alles andere wäre absurd.“

AKASHA: - genervt – „Und ich schätze, er hat all diese nervenden Innenpersonen kurzerhand vor die Tür gesetzt.“

PRIESTERIN: „Dann müssen wir sie ja nur noch finden.“

KRIEGER: „Und in IHN zurückstopfen!“

HEILERIN: „Als ob das so einfach wäre.“

ALCHEMIST: - zu Heilerin – „Also, im Grunde müßte wir nur...“

Er bricht ehrfürchtig ab, weil plötzlich die GÖTTIN hervor tritt und sich neben AKASHA stellt.

GÖTTIN: „Möchtest Du nicht lieber all dies hinter Dir lassen?“

AKASHA: - sieht auf – „Nein, ich denke nicht.“

PRIESTERIN: „Warum willst Du daran festhalten?“

AKASHA: „Du hältst doch selbst daran fest.“

PRIESTERIN: „Ich tue das, was die Göttin mir befiehlt. Aber in der Tat, ich finde dieses Ausgang mehr als bedauerlich. In Sternen stand anderes geschrieben.“

AKASHA: „Aber...?“

PRIESTERIN: „Ich wollte wissen, weshalb DU daran festhalten WILLST, obwohl es nicht nötig ist. Meine Gründe kenne ich. Was sind die Deinen?“

KRIEGER: - grinst – „Damit ich auch noch meine Chance bekomme!“

AKASHA: - grinst zurück - „Ja, vielleicht.“

OPFER: „Und was ist mit mir? Hältst Du das für fair?“

AKASHA: „Wie sollen wir Dich rächen, wie sollen wir Gerechtigkeit erlangen, wenn wir uns einfach davon schleichen wie ein häßlicher Troll in der Nacht?“

JUNGFER MITGEFÜHL: - widerspricht entschieden - „Ich will mich nicht rächen. Ich will IHM helfen.“

KRIEGER: „Hilf lieber uns!“

ALCHEMIST: - murmelt - „Irgendwas lässt sich bestimmt machen. Die Frage ist nur ... WIE?“

AKASHA: „Ich will UNS helfen. Was aus ihm wird, ist mir egal.“

WITWE: „Ich möchte nicht vergessen.“

AKASHA: „Sollst Du auch nicht. Niemand von uns soll vergessen! Auch wenn ich das Angebot von der Göttin zu schätzen weiß.“

HINGABE erhebt sich stolz und mit anklagendem Blick.

HINGABE: „Wir vergessen nicht.“ – deutet mit anklagender Finger auf den Vampir- . „Er braucht Blut.“

KRIEGER: „HA! Ich kann ihm welches besorgen. Ich weiß auch schon ganz genau wo...!“

HEILERIN: - brüskiert - „Willst Du den Vampir etwa noch mehr vergiften?!“

KRIEGER: - zieht eine Grimasse – „War doch nur ein Scherz.“

GÖTTIN: „Hingabe, komm her zu mir.“

Alle schweigen, während sich die HINGABE um den Tisch zur GÖTTIN begibt. Die GÖTTIN streicht ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht. Die PRIESTERIN lächelt.

GÖTTIN: „Was hältst Du von allem dem? Du bist so ruhig.“

HINGABE: „Ich mache mir Sorgen um den Vampir.“

...

Und so weiter und sofort. Damit verbringe ich seit 48 h meine Tage. Wenigstens hilft es mir. Bringt Ordnung in meine Gefühle! Manchmal lass ich sie sogar regelrecht abstimmen! Aber wie die Geschichte ausgeht, tja... das steht noch in den Sternen!

LG,
Astarte

Re: Konferenz der Innenpersonen

Xandria, Mittwoch, 30.07.2008, 20:07 (vor 6386 Tagen) @ Astarte

Hallo Astarte,

Danke erstmal für die Mühe, die du dir gemacht hast. [image]

Was du da beschreibst, nennt meine Therapeutin Selbstreflektion. Ich habe nämlich auch mehr als eine innere Person (Nein, ich bin keine Multiple-Persönlichkeit - und du mit Sicherheit auch nicht - das wäre dann wieder ein ganz anderes Krankheitsbild). Nur so am Rande meine Freundin nennt sie Geist - oder feinstoffliche Wesen. [image]

Mit zweien Komuniziere ich bereits, wenn auch nicht regelmäßig. Und jetzt kommt noch unsere Kleine hinzu und wahrscheinlich noch eine Frau. Dann wären wir schon 5![image]

Jedenfalls habe ich meiner Therapeutin und der Praktikantin von meiner Komunikation mit meinen "Geistwesen" damals erzählt. Sie hielten das für gut. Ich kam mir beim Erzählen schon ziemlich dämlich vor. Hatte schon Angst gleich kommen die Männer mit der "Habmichselbstsoooolieb-Jacke".[image]

Wie du siehst gibt es das häufiger als du vielleicht angenommen hast und hat nichts mit Schizophrenie (auch ein anderes Krankheitsbild, dass auf eine Stoffwechselstörung!! beruht - eine Freundin von mir ist es nämlich) zu tun.

In der Form, wie du es machst habe ich es bis jetzt noch nicht versucht - du schreibst ja praktisch ein Drehbuch (zu deinem eigenen inneren Leben).[image] Klingt sehr interessant - werde ich auch mal versuchen. [image]

Hoffentlich komme ich dabei nicht durcheinandner. [image]

Das erinnert mich an ein Buch, dass ich neulich in der Hand hatte "Wer bin ich und wenn ja, wieviele?" oder so ähnlich war der Titel. Egal, ich werde das jetzt mal alleine rausfinden, sonst habe ich ja noch ein Buch, dass bei mir im Schrank vor sich hinstaubt - wie die anderen. Manche Erfahrungen muss man halt alleine machen, die kann ein kein Buch nahbringen.[image]

Habt ihr auch soviele Lebens- Stil- und Wasweißichnoch-Berater-Bücher, wie ich? Seit der letzten Räumaktion sind es weniger geworden, aber einige sind doch noch da! [image]

Gruß Xandria[image]

Re: Konferenz der Innenpersonen

MaZe, Mittwoch, 30.07.2008, 20:24 (vor 6386 Tagen) @ Xandria

{...}

Das erinnert mich an ein Buch, dass ich neulich in der Hand hatte "Wer bin ich und wenn ja, wieviele?" oder so ähnlich war der Titel. Egal, ich werde das jetzt mal alleine rausfinden, sonst habe ich ja noch ein Buch, dass bei mir im Schrank vor sich hinstaubt - wie die anderen. Manche Erfahrungen muss man halt alleine machen, die kann ein kein Buch nahbringen.[image]
Habt ihr auch soviele Lebens- Stil- und Wasweißichnoch-Berater-Bücher, wie ich? Seit der letzten Räumaktion sind es weniger geworden, aber einige sind doch noch da! [image]
Gruß Xandria[image]

[image]
Hach welch ein herrlicher Thread!
Werd's mir dann mal in 'Ruhe' genauer durchlesenErinner mich grad an ein Buch von Erich Fromm & [..?..] :
~ Zen-Buddhismus & Psychoanalyse ~
...oder sohat mich freier gemacht - mindestens (hatte damals ne extreme Krise - VOR dem lesen!)
°LG°

Re: Konferenz der Innenpersonen

Astarte, Mittwoch, 30.07.2008, 23:00 (vor 6386 Tagen) @ Xandria

Grüß Dich!

Ich weiß gar nicht ob ich es "freiwillig" schreibe, aber anders verliert man im Kopf wirklich den Überblick.

Geist- oder feinstoffliche Wesen sind für mich noch etwas anderes. Sehr anders, um ehrlich zu sein. Nämlich etwas eigenständiges im Aussen. Das hier, das sind nur Metaphern des eigenen Inneren. Da gibt es noch jene Zwischenform, bisweilen Elementale oder Pssychogone genannt, wo etwas Inneres sich abspaltet zu etwas Äußerem und
Eigenständigem wird.

Opps, ich hoffe, Du hast meine Selbstironie nicht ganz zu ernst genommen. Ich mag diesen Spleen sehr an mir[image]

Allerdings übertreib ich's gerne mal - so wie die letzten Tage - und so effektiv es auch war, es war zu gut, und ich glaube, ich muss mir irgendwie eine Zwangspause verschaffen, sonst dreh ich noch durch. Die ganze Bande will nun nämlich gar nicht mehr ruhig sein, und ans kreative Schreiben ist schon längst nicht mehr zu denken, viel zu schnell stürzen neue Eindrücke auf mich ein. Wichtig, in der Tat, aber in einem sehr ungesunden Maß und Tempo
Anmerk: Ich hab wirklich eine sehr schreckliche Nacht hinter mir. Kein Auge zu, und dann bei der Hitze den ganzen Tag im Freizeittagpark...*stöhn*

Du erwähnst den Therapeut. Hier muss ich ein wenig (bitter) schmunzeln, weil es bei mir genau umgekehrt ist. In meinen frühen Jahren habe ich NUR von Geistwesen etc. geredet und meine Mitmenschen sogar mit gewissem Stolz verschreckt. Heute formuliere ich den selben Effekt auf "psychologisch-harmlos" um. So kann ich sogar mit Psychologen darüber reden, ohne auch nur einmal irgendwelche bedenkliche Formulierungen benutzen zu müssen. Ich erwähne dann nur, dass ich sehr spirituell sei. Und wenn ich mal was von Charkenarbeit und Co erzähle, so liefere ich gleich selbst eine psychologische Deutung mit. Sage dann höchstens: "Also, in meeeeeinem Weltbild würde ich das vielleicht jetzt so oder so formulieren ALS OB... aber dahinter steht ja nur...blablabla..." Da muss ich mich nicht verbiegen und der Psychologe und ich konnten uns trotzdem wunderbar verständigen. Würde ich es wirklich so aussprechen, wie ich es wahrnehme oder fühle und selbst beschreibe, würde man mir wohl tatsächlich die Hab-mich-Lieb-Jacke winken. Ist auch verständlich: Normalerweise geht zum Psychologe nur, wer mit dem "Stimmen in seinem Kopf" Probleme hat und wirklich krank ist. Die Tatsache als Ausdruck der Kreativität damit absichtlich umzugehen, widerspricht sämtlichen Erfahrungen solcher Therapeuten. Entweder man ist krank und leidet darunter oder nicht. Aber man kann ja trotzdem ein anderes Problem haben, und damit hingehen. Nur würde es ansonsten viel zu sehr vom eígentlichen Problem ablenken.

*schmunzel* Wenn ich hingehe und sage: "Ich höre Stimmen in meinen Kopf, und sie sagen mir, dass ich wohl ein Kindstrauma haben muss." Dann würde jeder nur auf den ersten Teil des Satzes achten, nicht aber den zweiten, um den es einem wirklich geht...

Den Ausschnitt, den ich postete, würde ich nicht zur Selbstreflektion zählen bzw. nur, wenn man es als sehr, sehr groben Übergriff sieht. Selbstreflektion ist für mich mein ständiges Grübeln. Mit dem Kopf. Aber als ich jetzt wieder mal zu schreiben anfing, dann kommunziere ich direkt mit meiner Innenwelt, und es hat auch direkt verändernde Effekte. Zumindst im Moment ist es wie das Aufspielen eines neuen Programms ("Glaubensätze"), bloss eben noch ohne klares Ziel und eher praktisches Herumexperimentieren. Ich betrachte mir nicht meinen Programmcode, ich bastele an ihm herum.

Zum Glück bin heute zu müde, um heute noch was zu denken. Die gestrige Nacht hat mir wirklich Angst gemacht. Hab quasi dem Taifun ins Auge geblickt: Mein absoluten verstecksten und tiefstens Ängste, die da wirken. Und weißt Du was? Ich bin überrascht! E ist der übliche Verdächtige Verlustangst
LG,
Astarte

Korrektur und Fortsetzung

Astarte, Mittwoch, 30.07.2008, 23:13 (vor 6386 Tagen) @ Astarte

Und weißt Du was? Ich bin überrascht! Es ist NICHT der übliche Verdächtige Verlustangst,

... sondern die Angst, nicht mehr zu existieren, wenn einen keiner mehr wahrnimmt. Die Angst "unsichtbar" zu sein.

Ein adaptives Überbleibsel aus der Kindheit, wo es überlebensnotwendig war, Aufmerksamkeit von den Eltern zu bekommen. Wird man nicht wahrgenommen, verhungert man.

Dass meine Mom gerne durch Schweigen und Ignoranz strafte
... na ja... die Zusammenhänge liegen auf der Hand. Auch ich hab immer mehr für andere gelebt als für mich, und mittlerweile habe ich kein eigenes Leben mehr aus das Online-Leben. So weit ließ ich es kommen. Doch anders als Du, beugte ich mich nie ihren Wünschen oder Willen. Mitnichten. Ich bin ein sehr, sehr trotziger Mensch. Doch ich identifizierte mich mit ihren Gefühlen.

Sonst wäre ich nicht hier. Denn ich bin und war eigentlich nie ein Messi, aber wurde es durch zu starke Gleichschaltung.

Und warum? Weil ich Angst habe, dass man mich sonst nicht wahrnimmt. Doch genau dadurch verblasste auch mein ICH immer mehr, bis es wirklich nicht mehr wahrnehmbar war.

Netterweise lieferten mir meine gesprächigen Innenpersönlichkeiten auch gleich Lösungsansätze. Aber mal ehrlich: Das quasi von heute auf morgen in alles Deutlichkeit so reingepretscht zu bekommen... das ist eher Stoff für eine Therapie. Aber nein, ich muss da ja mal wieder alleine durch;-(.

Re: Korrektur und Fortsetzung

Xandria, Donnerstag, 31.07.2008, 08:27 (vor 6386 Tagen) @ Astarte

Aber mal ehrlich: Das quasi von heute auf morgen in alles Deutlichkeit so reingepretscht zu bekommen... das ist eher Stoff für eine Therapie. Aber nein, ich muss da ja mal wieder alleine durch;-(.

Hallo Astarte,

warum? wer sagt, dass du da alleine durch musst?

Mir hat auch niemand gesagt geh mal zur Therapie. Ich habe erkannt, dass ich Hilfe brauche - und mir selber eine Therapeutin gesucht. Frag mal bei deinem Hausarzt nach einer entspr. Liste.

Gruß Xandria

Therapie

Astarte, Donnerstag, 31.07.2008, 10:29 (vor 6386 Tagen) @ Xandria

Mir hat auch niemand gesagt geh mal zur Therapie. Ich habe erkannt, dass ich Hilfe brauche - und mir selber eine Therapeutin gesucht. Frag mal bei deinem Hausarzt nach einer entspr. Liste.

Gruß Xandria>>

Ja und Nein. Ich möchte gerne... das steht mal außer Frage. Dabei gibt es außer der Suche aber ein paar Organisationprobleme.

Zunächst einmal habe ich einen ganz lieben Psychologen gefunden. Zwar kein Therapeut, aber per Zufall mir wie auf dem Leib geschneidert. Eigentlich möcht ich niemand anderen, aber es ist halt auch kein Therapeut...

Aber jetzt bin ich ja außerdem umgezogen. Aber auch nicht wirklich, weil ich ja irgendwie mein Studium noch fertig kriegen möchte. So sieht es momentan so aus, dass ich mal ein paar Wochen hier bin, ein paar Wochen dort
WO soll ich mir denn nun jemanden suchen? Bin ja nirgenswo regelmässig.

Wenn ich in meiner Uni-Stadt bin, habe ich definitiv KEINE Zeit für Therapie. Dann ist ranglotzen gefragt.

Und hier sitze ich auf dem Dorf fest, wo die Auswahl begrenzt ist. Da ich kein Auto habe, und mir auch keines leisten werde können, bin ich völlig abhängig von meinen Eltern... (*knurr*)

--> selbst wenn ich hier einen finde, man die lange Such- und Wartezeiten mal aussen vor lässt, müßte ich mich von meinen Eltern wie ein Kleinkind dort hinfahren lassen. Eltern, die wie viele diese Generation Psychologie als Schimpfwort erachten. Klingt vielleicht stur, aber ich will nicht von denen ein bis zwei mal die Woche dort hingebracht werden müssen.

Hier in direkter Nähe fand ich per Internet und Branchenbuch überhaupt nur 3 Einträge. Alles weitere ist dann schon in der nächsten größeren Stadt, sprich 25 km. Rechne man sich da mal die Spritkosten aus, z.B. für zweimal wöchentlich sind es 400 km im Monat!

Dann fand ich hier aber jemanden, wo ich super,super gerne hin muss. Energetische Psychotherapie. Eine Methode, die beide meine Welten vereint. Es wäre genau meine Methode...--> übernimmt Krankenkasse nicht.

Und so weiter und so fort. Irgendwann lässt man den Gedanken dann wieder fallen. Immerhin hat man ja auch die schlimmste erste Zeit alleine durchstehen müssen, obwohl ich da so gerne in eine Klinik gegangen wäre, aber ich mußte mich ja erst mal um das Kind und dementsprechend um den Umzug kümmern. Dann kommen immer wieder Momente, wo man sagt: Ich würd aber gerne wollen! Es muss doch ein Weg zu finden sein...?

Bisher zumindest hab ich ihn noch nicht gefunden.

LG,
Astarte

Therapie und Betreuung

Xandria, Donnerstag, 31.07.2008, 13:27 (vor 6386 Tagen) @ Astarte

Hallo Astarte,

ich muss gestehen, dass ich den Unterschied zwischen Psychologen, Psychater und Therapeut kenne - interessiert mich auch nicht. Für mich ist wichtig: Wer oder Was kann mir weiter helfen.

Wenn du dich mit dem Psychologen so gut verstehst - frag ihn doch einfach, ob er dir weiterhelfen kann. Selbst wenn er keine Therapie macht - vielleicht kann er dir aber den Richtigen vermitteln.

Und den (oder die) solltest du wenn möglich aufsuchen bis zu deinem Umzug und vielleicht findest du durch ihn dann an deinem neuen Wohnungsort eine geeigneten endgültigen Therapeuten.

Ich habe auch lange gebraucht, bis ich die richtige Person für mich gefunden hatte. Das ist jetzt mein 3. Therapie-Versuch.

Damals vor Jahren bin ich wegen Angstzustände in Therapie gegangen. Dann zog der Therapeut um in eine ganz andere Stadt. Aufgrund der Distanz habe ich die Therapie nicht mehr so weiterverfolgen können, bzw. hat sie mir auch damals nichts gebracht. Therapieabruch war die Folge.

Der Mess hat spätestens seit 2002 mein Leben in der Hand. Ein langer Weg bis heute (und ich bin noch nicht am Ende angelangt.)

Irgendwann wurde mein Vermieter aufmerksam und setze mir die Pistole auf die Brust.
Ruckzuck-Entrümplung mit Freunden folgte.
Den erreichten Zustand konnte ich mit HIlfe einer Putzfrau (auch Freundin von mir) zum SCHEIN aufrecht erhalten.
Als meine Freundin nicht mehr bei mir putzen konnte kam der Mess zurück - und ich zog die Reissleine.

Suche nach einer SHG (wo sucht man nach einer Messie-SHG?) - fehlgeschlagen, da alle besetzt waren.

Bei meinem 2. Therapeuten (Empfehlung einer Freundin) gelandet - Therapie-Form: "Räumen sie jeden Tag 15 Min. auf." ansonsten nur teuer bezahlte Kaffeestunde (ohne Kaffee) - Voll an der eigentlichen Problematik vor - Abbruch!

Suche nach einem neue Therapeuten (mittlerweile befinden wir uns im Jahre 2006!) Empfehlung meiner Nachbarin - meine jetzige Therapeutin gefunden. Problem erst 2007 eine Therapie möglich!

"Kein Problem" für mich, war ich doch viel zu beschäftigt und ständig unter Zeitdruck - überwiegend für andere versteht sich. Das nervenaufreibende Drama mit dem Sparklub habe ich im alten Forum mal ausführlich beschrieben! Allen mitgeteilt, dass ich keine Kassiererin für den Sparklub ab Januar 2007 sein kann (und will) - war dann TROTZDEM Ersatzkassiererin und hätte öfters einspringen müssen - habe mich aber erfolgreich verweigert.

Ich habe die Therapie als FÜR MICH so WICHTIG erachtet, dass ich konsequent blieb und mich den Drängen von anderen schlicht VERWEIGERTE.

Bis jetzt 1,5 Jahre später läuft es ziemlich gut mit meiner Therapie!

Was ich damit sagen will, ist: Du wirst wahrscheinlich einige Umwege in Kauf nehmen müssen, damit du überhaupt in eine für dich entsprechende Therapie kommst und du KANNST (nicht du sollst oder du musst) dich schon jetzt mal auf den Weg machen.

Ich wollte hier noch was zu deinem letzten Betreuungsposting schreiben, aber leider ist jetzt wieder die Zeit knapp und ich muss mich an den PT meiner Mutter begeben (heute ist der letzte Tag). Ich werde dir morgen darauf antworten, okay?

Xandria

Re: Therapie und Betreuung Korrektur

Xandria, Donnerstag, 31.07.2008, 13:29 (vor 6386 Tagen) @ Xandria

Hallo Astarte,
ich muss gestehen, dass ich den Unterschied zwischen Psychologen, Psychater und Therapeut NICHT kenne -

"NICHT KENNE" sollte das natürlich heißen. Was so ein kleines fehlendes Wörtchen doch ausmacht.

Xandria

Re: Therapie und Betreuung

Astarte, Donnerstag, 31.07.2008, 18:10 (vor 6385 Tagen) @ Xandria

Hallo Astarte,

Hi!

Eine Sache hast Du, glaube ich, falsch verstanden. Ich bin bereits umgezogen! 350 km weit! Aber ich bin weder ganz hier noch ganz in meinem alten Zuhause, da ich wegen dem Studium noch mindestens 1 1/2 bis 2 Jahre pendel: Mal drei Monate hier, mal drei Monate dort. Ich wüßte also gar nicht an welchem Ort ich einen Therapeut suchen soll, ich kann sowieso nicht weder hier noch da regelmässig hingehen. HIER habe ich das Problem keine MÖglichkeiten zu haben, zu einem Therapeut hinzukommen. Rein organisatorisch. DORT habe ich das Problem, dass ich keinerlei Zeit habe.

Ja, ich weiß, es ist ein langer Weg. Und hier wartet noch ein emotionales "Aber": Ich habe mich nämlich noch nicht entschlossen, ob ich diesen Weg überhaupt gehen WILL
Natürlich will ich, dass es mir endlich wieder gut geht. Aber der jetzige Weg ist ein ein pures Müssen. Es ist nicht MEIN Weg. Und für meinen Weg sehe ich noch immer keine Chance.

So albern es klingt, aber einer meiner Methoden mit all dem umzugehen wäre tatsächlich ein Jahr im Ausland. Nicht als FLucht, sondern zur Selbstbestimmung. In einem budhistischen Kloster, oder als freiwilliges soziales Jahr in einem dritten Welt Land. Geht aber schon alleine wegem dem Kind nicht
Gruß,
Astarte

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