Aber ich habe noch Wäsche eingesammelt und schon mal im Keller gelagert.
Es ist in Ordnung, wenn für kurze Zeit mehr Meß
angehäuft wird, falls dies geschieht, weil
höherrangige Dinge bearbeitet werden müssen.
Das Leben muß eigentlich so gestaltet sein, daß auch
noch Zeit für die tägliche Beweisbeseitung bleibt.
Wenn ein Mensch krank ist und sich nicht mehr selber um
seinen Haushalt kümmern kann, dann kommt ein Pfleger (oder
der Mensch kommt in ein Heim).
Wenn man sich zu viel Arbeit aufbürdet, dann ist man
eigentlich wie ein Kranker, weil man sich dann auch nicht
mehr um den Haushalt kümmern kann. Nur, daß man dann keinen
Anspruch auf Pflege hat.
Sollte man dann später seinen Kindern sagen: „Eure Mutter
wollte ja einmal studieren, aber das ging nicht, weil sie
ihre Wäsche waschen mußte.“?
Man kann es als Teil des Studiums ansehen, im Studium soll
man nicht nur den Zitronensäurezyklus lernen, sondern auch
lernen, sein Leben so zu organisieren, daß man den Haushalt
nachhaltig bearbeiten kann, während man studiert, ohne dabei
Schäden am Haushalt oder an seinem Körper oder an seiner Seele
anzurichten. Es ist wichtig, sich beim Studium und im Beruf
gut zu fühlen, weil man das sonst auf Dauer nicht durchhält.
Wenn jemand stark motiviert ist, sein Studium zu bewältigen,
aber weniger stark, seinen Haushalt zu bewältigen, dann sollte
er erkennen, daß die Bewältigung des Haushalts auch Teil des
Studiums ist. Jeder erfolgreiche Wissenschaftler, jeder Nobelpreisträger
wohnt auch irgendwo, hat einen Haushalt, und hat es irgendwie
geschafft, diesen zu bewältigen. Der eine hat vielleicht einen
Ehegatten, der den Haushalt macht, der andere verdient soviel
Geld, daß er im Hotel wohnen kann, ein dritter macht alles selber.
Und Paul Erdõs lebte wie ein Vagabund: Er reiste umher und wohnte
meist privat bei einem Kollegen, also ohne eigenen Haushalt,
dabei verlängerte er seine Wachzeit auf Kosten des Schlafes mit
Kaffee und Benzedrin.
Durch die Abwertung der Arbeit sind allerdings heute viele
Menschen gezwungen, sich mit Zweit- oder Drittbeschäftigungen
über Wasser zu halten, also sehr viel Zeit für die Arbeit
zu investieren. Ich stelle mir das Leben dieser Leute auch
nicht einfach vor. Wenn die auch noch ihren Haushalt perfekt
machen, dann besteht das Leben ja entweder nur noch aus Arbeit,
Haushalt und Schlaf – und wofür leben sie dann? – oder sie
haben dann entweder zu wenig Schlaf oder einen vernachlässigten
Haushalt.