OT: Ein lebenlanges Problem neben dem Messietum (Allgemein)

Xandria, Sonntag, 28.02.2010, 17:46 (vor 5811 Tagen)

aber genauso schwerwiegend, wenn nicht sogar schlimmer!

Ich poste das mal hier, weil ihr mittlerweile die allererste Anlaufstelle seit, wenn ich nicht weiß wohin mit meinen Problemen.

Aber zu erstmal: Hallo alle zusammen,

Es fing schon ziemlich früh an, mit 5 oder 6 Jahren. Ich war sehr einsam, neben meiner Familie kaum Sozialkontakt nach draußen. In die Schule bin ich gegangen, aber da ich keinen besuchen durfte (ich durfte nicht alleine weg), kam mich keiner oder kaum jemand besuchen. Aus Mangel an echten Freunden, habe ich mir meine Phantasiefreunde erträumt.

Soweit - so normal - so gut!

Ich war immer ein sehr phantasievolles Kind und irgendwann gingen die Phantasiefreunde nicht mehr weg. Ich sprach sogar in Anwesenheit von realen Personen lautstark mit ihnen. Dadurch wurde ich auch von meiner Familie mehr oder weniger als "verrückt" abgestempelt.

Heute lebe ich immer noch in meiner Phantasiewelt und führe Selbstgespräche. Auf der Straße in der Arbeit überall. In der Arbeit ist es besonders peinlich. Mittlerweile schaffe ich es Selbstgespräche ohne Ton zu führen. Was noch peinlicher ist, wenn ich dabei erwischt werde. Abends, allein zu Hause. Renne ich durch die Wohnung und diskutieren mit Personen die nicht da sind. Mache Dinge (hin- und herrennen) usw.. Wenn die Gedanken zu schlimm werden, schreie ich sogar.

Ich habe es mal geschafft es für 3 Tag abzustellen, durch ein Ritual. Das ganze hat aber wirklich nur 3 Tage gehalten, dann waren die "Anderen" wieder da. Die "leeren" 3 Tage, waren schrecklich. Ich fühlte mich allein, mir war kalt und ich konnte nicht schlafen.

Kennt das jemand? Weiß jemand was ich tun kann bzw. was das sein kann?

In meiner Therapie habe ich es mal erwähnt, es kam aber nicht wirklich zu Sprache.

Das ist das erste mal, dass ich so ausführlich darüber schreibe.

Gruß Xandria

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Re: OT: Ein lebenlanges Problem

Micha @, Sonntag, 28.02.2010, 18:06 (vor 5811 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria !

Heute lebe ich immer noch in meiner Phantasiewelt und führe Selbstgespräche.

Du meinst aber nicht so ne Art Inneres Team ?
Mit "denen" habe ich nämlich das Problem ,
das ich selten die "Führung" übernehme
[image] ~ Micha

Re: OT: Ein lebenlanges Problem

Xandria, Sonntag, 28.02.2010, 18:19 (vor 5811 Tagen) @ Micha

Hallo Xandria !

Heute lebe ich immer noch in meiner Phantasiewelt und führe Selbstgespräche.

Du meinst aber nicht so ne Art Inneres Team ?
Mit "denen" habe ich nämlich das Problem ,
das ich selten die "Führung" übernehme >[image] ~ Micha


Ich glaub nicht, dass es das ist. Bei mir sind es immer andere Personenformen, die ich vor mir "sehe".

Das Innere Team definiere ich ein bisschen anders, da bin ich mir sicher, dass es z. B. mein inneres Kind ist. Ich weiß also, dass es Teile von mir sind. Aber die Außen, haben "augenscheinlich" nichts mit mir zu tun.

Verstehst du was ich meine?

LG Xandria

Re: OT: inneres Team

Siebenschläfer, Donnerstag, 04.03.2010, 17:53 (vor 5807 Tagen) @ Micha

Zum Thema "inneres Team" möchte ich noch ergänzend auf eine Radiosendung vom SWR2 hinweisen:

Die Vielstimmigkeit des Ichs

Haupt- und Nebendarsteller auf der inneren Bühne

Kommunikationsexperte Schulz von Thun kommt in der Sendung auch zu Wort.

Das Manuskript zu der im Januar ausgestrahlten Sendung:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/leben/-/id=5735646/property=download/nid=6601...

Ein podcast zum Nachhören (anschaulicher als das Skript) findet sich unten als anklickbarer link.

<ul><li>http://www.podcast.de/episode/1471116/Die_Vielstimmigkeit_des_Ichs</ul>

ist ja irre...

Birgit, Donnerstag, 04.03.2010, 18:48 (vor 5806 Tagen) @ Siebenschläfer

Huhu Siebenschläfer,

ich finds grad lustig, ich hatte gestern etwas von dem Omraam Michael Aivanhov geschrieben, und der hat heute im Tagesgedanken das gleiche Thema gehabt:

http://www.aivanhov.de/tagesgedanken/?p=1948

Ich höre gerade sehr interessiert den Podcast (das?)

Re: OT: Ein lebenlanges Problem neben dem Messietum

ChaosQueen, Sonntag, 28.02.2010, 19:17 (vor 5810 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

und vielen Dank für Dein Vertrauen.

Ich bin mir sicher, dass es nicht einfach war, darüber zu schreiben. Magst Du ein bisschen genauer erzählen, was das für Personen sind und was für Funktionen sie erfüllen? Leisten sie Dir Gesellschaft? Sind es die gleichen Personen oder sind über die Jahre Personen dazugekommen oder verschwunden. Und wenn ja, weshalb? Mischen sie sich in Dein Leben ein? Mischt Du Dich in ihre Angelegenheiten ein?

Dass Deine Therapeutin nicht darauf eingegangen ist, gefällt mir ganz und gar nicht. Es ist ein Thema, das ernst zu nehmen ist und offensichtlich Leidensdruck erzeugt. Aber - denn wir alle sind nur Menschen - vielleicht war sie ausgerechnet in diesem Moment nicht ganz bei der Sache und hat es überhört? Bist Du derzeit mutig genug, es noch einmal ihr gegenüber anzusprechen? Immerhin hast Du den ersten Schritt getan (eigentlich den zweiten Schritt) und hast uns die Situation geschildert.

Viele Grüße aus dem immer noch trüben Berlin
ChaosQueen

Re: OT: Ein lebenlanges Problem neben dem Messietum

Mila, Sonntag, 28.02.2010, 22:34 (vor 5810 Tagen) @ Xandria

Huhu Xandria,

da würde ich bei deiner Therapeutin noch einmal die Sprache darauf bringen.

Bei Kindern sind Phantasiefreunde nichts Außergewöhnliches.

Auch wenn du in deiner Freizeit vielleicht nicht so viele private Kontakte pflegen konntest, so hattest u. hast du im Alltag soziale Begegnungen. Eine richtige Isolation sehe ich nicht, aber ich lese heraus, dass du diese in deiner Kindheit empfunden hast.

Du nennst es "Selbstgespräche" u. dir ist bewusst, dass du nicht mit anderen sprichst (u. sie wohl auch nicht mit dir), sondern stark in deine Phantasiewelt eintauchst. Es könnte heutzutage dem Stressabbau dienen. Da du es schon lang praktizierst u. es einen Zweck für dich erfüllt, kannst du es ohne Missempfindungen nicht von heute auf morgen abstellen.

Wenn es dich sehr stört oder beängstigt oder dich im täglichen Leben brandmarkt, sprich das Thema eindringlich bei deinem nächsten Termin an.

LG
Mila

Re: OT: Ein lebenlanges Problem neben dem Messietum

Odille, Montag, 01.03.2010, 10:43 (vor 5810 Tagen) @ Xandria

Hei und guten Morgen liebe Xandria!

Ich bin schon wieder ganz durcheinander, was ein gewisses Datum betrifft. Wann haben wir telefoniert? Gestern früh??? Ich melde mich heute abend mal. Habe ganz lieb an Dich gedacht. Ich glaube heute ist DER Tag, oder????

Zu Deinem Thema:

1) warum kam es in der Theraphie nicht wirklich zur Sprache?
2) leidest Du darunter? Weil "man" so etwas nicht tut? Oder tatsächlich, weil es Dir damit schlecht geht?

Ansonsten habe ich in Anbetracht dieser Thematik einen wunderbaren Buchtipp für Dich - ein wunderbarer Liebesroman, wo es um dieses Thema geht. Luftig leicht zu lesen.

Zwischen Himmel und Liebe

Ganz lieben Gruß,

Odille

Re: OT: Ein lebenlanges Problem neben dem Messietum

Wolfram, Montag, 01.03.2010, 11:43 (vor 5810 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

solche ratschläge, wo nur an einen Fachmann verwiesen wird, hasse ich ja. Ich bzw. Du willst ja eine Lösung haben. In Deinem Fall hast Du ja zufällig eine gute Therapeutin gefunden. Ich suche nach Informationen, die mir helfen, deshalb bin ich auch Messie, Informationssammler. Aber jetzt zum Thema.

Diese Selbstgespräche kommen vom Alleinsein und dem Wunsch nach Gesprächskontakt.
Besoffene auf der Straße grölen vor sich hin, weil sie niemanden haben, mit dem sie reden können.
Ich sehe fern oder höre Radio, damit jemand mit mir spricht, auch wenn es kein Dialog ist.
Ich gebe zuhause manchmal Geräusche von mir, wenn es zu lange zu ruhig ist, auch in Gegenwart anderer, falls diese nichts sagen.
Alte Leute, dazu zähle ich mich nicht, sprechen mit sich selbst laut vor sich hin, weil sie sonst niemanden haben, mit dem sie sprechen können.
kleines Erlebnis: Ich habe als Kind "Nachmittagsschlaf" im Bett gehalten, meine Eltern waren weg. Die Tür war zu. Ich höre meine Eltern im Flur sprechen, mache mich nochmal richtig wach, um sicherzugehen, dass ich nicht träume. Als ich wach war, ging ich auf den Flur und keiner war da. Ich konnte dieses Rätsel mein Leben lang nicht lösen. Jetzt denke ich, dass das auch damit zu tun haben könnte, dass ich alleine war und der Wunsch, dass meine Eltern da wären, so stark gewesen sein muß, dass ich diese tatsächlich hörte.
Hin und Herlaufen hat damit nichts oder weniger zu tun. Das mache ich auch, wenn ich zulange am PC sitze und meine Beine nach Bewegung verlangen, ohne das dies direkt ins Bewußtsein geht.
Überleg mal, ob etwas bei Dir auftritt, was von meiner Interpretation abweicht.

Viele Grüße
Wolfram

OT: @Wolfram Ratschläge

MarLe, Montag, 01.03.2010, 12:17 (vor 5810 Tagen) @ Wolfram

solche ratschläge, wo nur an einen Fachmann verwiesen wird, hasse ich ja. Ich bzw. Du willst ja eine Lösung haben.

Guten Tag Wolfram,
ich bin sehr erbost über deine "Meinung".
Eine Rückmeldung ist immer auch ein Zeichen dafür, dass sich jemand Zeit nimmt. *find
Hast du mal überlegt, dass ein Verweisen auf einen Fachmann auch ein gewisser Selbstschutz ist?
In einem hast du Recht, in dem Wort Ratschlag steckt eben auch "Schlag".

Gruß
Marlene
P.S.
Ich weiß jetzt nicht ob ich's richtig verbinde, aber bist du nicht der User,
der auf die Selbsthilfe-Homepage verweist?
Frage: Ist das deine Homepage? Magst du nicht darin auch einen Link zu diesem Forum setzen?

Re: OT: @Wolfram Ratschläge

Wolfram, Montag, 01.03.2010, 14:38 (vor 5810 Tagen) @ MarLe

solche ratschläge, wo nur an einen Fachmann verwiesen wird, hasse ich ja. Ich bzw. Du willst ja eine Lösung haben.

Guten Tag Wolfram,
ich bin sehr erbost über deine "Meinung".
Eine Rückmeldung ist immer auch ein Zeichen dafür, dass sich jemand Zeit nimmt. *find
Hast du mal überlegt, dass ein Verweisen auf einen Fachmann auch ein gewisser Selbstschutz ist?
In einem hast du Recht, in dem Wort Ratschlag steckt eben auch "Schlag".
Gruß
Marlene
P.S.
Ich weiß jetzt nicht ob ich's richtig verbinde, aber bist du nicht der User,
der auf die Selbsthilfe-Homepage verweist?
Frage: Ist das deine Homepage? Magst du nicht darin auch einen Link zu diesem Forum setzen?

Hallo Marle,

mit meiner Meinung meinte ich folgendes: Wenn Du z.B. krank bist und fragst jemand, was Du dagegen tun kannst und Du bekommst zur Antwort: geh mal zum Arzt, wie fühlst Du Dich da?
Oder wenn die Heizung nicht geht und Du bekommst zur Antwort: Dann hol Dir einen Heizungsbauer.
Oder wenn einer anders denkt als Du und bekommst gesagt, gehe mal zum Psychomenschen, dann finde ich sowas unverschämt. 1x direkt und 1x indirekt vor kurzem vorgekommen. Oder wenn ich zum Psychiater gehe und der sagt mir, die Krankheit steht nicht in seiner Liste und schreibt dann etwas, was nicht stimmt.

Link schreibe ich rein, weiß aber nicht, wann ich das schaffe, weil ich jetzt zur Cebit bis Sonnabend gehe.

Viele Grüße und nicht alles so ernst nehmen. Schön locker bleiben, dann räumt es sich leichter auf.

Ein lebenlanges Problem

Mala, Dienstag, 02.03.2010, 12:19 (vor 5809 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria
Danke für dein Vertrauen und deinen Mut.
Ich möchte dir meine Ideen beim Lesen mitteilen. Vielleicht kannst du was damit anfangen.

Du schreibst, dass du dich sehr einsam fühlst. Willst du heute Kontakt zu anderen?

Leute kennen lernen kann man gut in kirchlichen Gruppen oder Veranstaltungen (du musst nicht kirchlich / gläubig sein) – da ist jeder willkommen. Fragt auch keiner danach.
Da kannst du hingehen und vorsichtig Kontakt aufnehmen, brauchst dich auch nicht zu Hause treffen, sondern hast immer kirchlich neutrale Räume.
In vielen Kirchengemeinden gibt es Frauennachmittage, gemeinsames frühstück,
Wenn nicht im Ort, dann in einer nahe gelegen Stadt. (für mich immer Treffen ohne dafür zu zahlen, ohne verpflichtende Bindung, einfach nur Dasein dürfen.

Weitere Möglichkeit: Sportvereinen, Gesangverein usw. (Da muss man sich anmelden – Mitglied werden)

Willst du deine inneren Freunde wirklich loswerden?
Sie waren dir in all den Jahren große Hilfe und sehr wichtig für dich – sie gehören zu dir.
Ich kann gut verstehen, dass es dir beim Versuch sie zu verlassen nicht gut geht.

Gedanken einfach abstellen klappt nicht wirklich. Je mehr sie verdrängt werden, umso heftiger kommen sie hoch.

Mögliche Wege:
sie innerlich zu begrüßen und dann ihnen sagen, das du jetzt keine Zeit hast, dich später mit ihnen befasst. Sie ziehen lässt wie Wolken am Himmel. ( am Anfang sehr schwer)

Deine Gedanken aufzuschreiben
so kannst du immer wieder darauf zurückkommen. Sie bleiben greifbar – lesbar.
Ich kenne das innere Redekarussel. Wenn ich ein Problem habe, dann formuliere ich dass, was ich sagen will 100 mal in verschiedenen Varianten. Es hört sofort auf, wenn ich es aufschreibe (auch verschieden formuliert.)

Dich auf deinen Atem zu konzentrieren
(In der Kirche gibt es das immerwährende Jesusgebet – da wird beim Ein- Ausatmen nur das Wort JE-SUS (gesagt) gedacht – geatmet. Du kannst es aber mit jedem anderen pos. Wort ersetzen. (2 oder 4 Silben) (dan-ke, Son-ne „ich - bin glück - lich“ Dadurch binden sich die Gedanken und das Redekarussel hört auf.
Der straßenfeger Peppo in momo macht es mit „Strich und Schritt - Strich und Schritt“

Therapie
Sicher hast du aus deiner Kindheit viele Lasten, Probleme zu besprechen, ist nicht alles so gut gelaufen, wie du es dir gewünscht hast.
Ich denke, dass dein Therapeut/in darauf eingeht, wenn du es dort klar und deutlich ansprichst. Oft reagieren sie auf das erste Stichwort und ich glaube nicht, das sie es ignoriert, wenn du sagt, hier hab ich ein Problem, über das ich mit ihnen reden will.

Wenn ich das Gefühl hatte, nicht verstanden worden zu sein, nicht alles aussprechen zu können, dann hab ich dem Therapeuten geschrieben, weil ich da nicht unterbrochen werde. Bis jetzt ist immer darauf reagiert worden.

Vielleicht helfen dir meine Gedanken weiter.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft mit deinen inneren Freunden
und gute Erfahrungen, wenn du neue Freunde suchst.

LG Mala

Re: OT: Ein lebenlanges Problem neben dem Messietum

Rumpel, Mittwoch, 03.03.2010, 01:46 (vor 5808 Tagen) @ Xandria

Ich führe zwar keine Selbstgespräche, aber ich habe (selten) Träume, in denen meine Verstorbenen (Bruder vor mehr als 20 jahren, Mutter vor 7 jahren, Vater letztes Jahr) oder sonstige aus meinem Leben geschiedene Personen auftauchen, und ich unterhalte mich mit ihnen, kein problem-Wälzen, obwohl da Probleme waren. Die Träume tun mir gut.
ich habe des öfteren drei tage, an denen ich kein Wort spreche, bis ich wieder mal an einer Supermarktkasse 'Danke' sage, oder einen schwachen Scherz loswerde.
Kontakte kannst du nicht erzwingen, aber du kannst was dafür tun. Nicht die Welt ist schuld, das du keine Kontakte hast, sondern du. Ich würde dir auch nicht empfehlen die im Arbeitsleben zu suchen, dazu bist du wohl derzeit nicht fähig, wenn da was schiefgeht, hast du niemanden mehr.
Probiers mal mit Walking beim Lauftreff, da hast du keine Verpflichtungen, aber Gelegenheiten.
Lauftreff ist kein Verein, die Bewegung entstand in den 70ern gegen die Vereinsmüdigkeit. "mein" Lauftreff hat bis zu 400 Leute pro Treff, insgesamt vielleicht tausend, nen harten Kern von 200, und ca. 50 Gruppenführer, die dafür sorgen, daß das mit ner stunde Laufen (oder Walken) klappt, ohne daß jemand zurückbleibt. Die sind oft auch Mitglieder in Sportvereinen, Alpenverein, und auch anderweitig engagiert, z.B. Tandemfahrer in einem Verein für Blinde. (Ist für die Tandemfahrer kein Verein, du mußt da nicht eintreten, um Tandempilot machen zu dürfen, und die suchen auch Solofahrer, die die Kolonne nach vorne und hinten absichern, alles ohne Vereinsverpflichtung.
Es gibt genügend Gelegenheiten für dich, unter Leute zu gehen, und selbst zu entscheiden, ob und wann du Kontakt suchst, oder inwieweit du auf eon angebotenes Gespräch eingehst.
Du bewegst dich eine Stunde in freier Natur (hoffentlich, ich schätze die Waldlandschaft, will nicht auf Asphalt laufen) und niemand erwartet von dir, daß du ihn/sie ansprichst, oder deine lebensgeschichte erzählst, wenn du angesprochen wirst. Aber je länger du dabei bist, desto mehr Vertrauen entsteht zu einigen, und Erkenntnis daß du dich von anderen wohl lieber fernhalten willst, weil die eher zu der Sorte zählen die dich dahin gebracht haben wo du heute stehst. Aber der Mensch ist ein Herdentier, Gerechtigkeit steht da nicht auf dem Programm, sondern darwin pur.
Sieht man gerade in der Bankenkrise. Bankvorstände leiden da weniger drunter als Unternehmer, die auf Kredite angewiesen sind, oder Arbeitnehmer, die "freigesetzt" werden.

Den Lauftreff in deiner Umgebung findest du unter Lauftreff.de, aber da sind nicht alle verzeichnet, meiner, einer der ältesten und größten in D ist dort nicht verzeichnet. Achso, Lauftreffs erheben auch keine Mitgliedsbeiträge, meiner bittet alle 5 Jahre mal für Spenden für ein gemeinnütziges Projekt, da kommen schonmal 10 bis 20 Tausend Euro zusammen, ein Therapiepferd, oder einem Schwingboden für eine Behinderteneinrichtung.
Aber probiers mal:

Lauftreffs in Deutschland, Österreich, Schweiz nach Postleitzahlen
lauftreff.de
<a href="">[/link]
<a href="">[/link]
<a href="">[/link]

LG Rumpel

Re: OT:Lauftreffs.

Xandria, Freitag, 05.03.2010, 21:09 (vor 5805 Tagen) @ Rumpel

Danke Rumpel,

ich hatte mir sowieso vorgenommen, dieses Frühjahr mal einen Lauftreff auszuprobieren.

Hab da allerdings Hemmungen wegen meiner extrem leichten Gehbehinderung (einen gaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnnnnnnnzzzzzzzzzz lieben Gruß Richtung Odille, die jetzt gerade wieder die Augen verdreht. Ja, ich weiß, ich bin nicht behindert!!). Hätte gerne jemanden der die erste mal mit mir dahin geht. Da ist sie wieder die negative Seite meines Einzelgängertums.

Aber egal, ich kanns mir zumindest mal ansehen.

Liebe Grüße Xandria

Re: OT: Imaginäre Freunde

Siebenschläfer, Mittwoch, 03.03.2010, 14:35 (vor 5808 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

ich habe mal geschaut, was das web an Informationen so hergibt (Suchstichwort: "imaginäre Freunde").

Ein Übersichtsartikel im Schweizer Tagesanzeiger:

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Der-imaginaere-Freund-in-der...

In der Zeitschrift "Gehirn und Geist" ist ein Fachartikel erschienen,
hier textlich verfügbar:

http://www.schattenblick.de/infopool/sozial/psychol/spjug082.html

Die Vorlage dazu war wohl eine Veröffentlichung der Universität Mainz (pdf-Format):

http://www.psych.uni-mainz.de/abteil/epp/pdf/Imaginaere_Gefaehrten.pdf

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Querverbindungen gibt es auch zum Thema Religion;
Zitat: ..."Die Imaginär-These: Die persönliche Beziehung zur bevorzugten Gottheit ist identisch mit der persönlichen Beziehung zu einem imaginären Freund."
Quelle: eine 3-teilige Serie im weblog: http://glaube-ist-heilbar.blogspot.com/2010/02/dein-imaginarer-freund.html

Dazu auch ein Focus-Artikel:

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/odenwalds_universum/frage-von-gottfried-bauer-g...

Siehe dort den Absatz "Der evolutionäre Vorteil imaginärer Freunde"

Auch der Glaube an "Schutzengel" und "gute Geister" zählt hier zu den
Lebensbewältigungsstrategien mithilfe imaginärer Freunde
(aus einer skeptischen Sicht).

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Gut fand ich auch folgende 2 Artikel, die den Bogen schlagen zu Alltagserfahrungen in der Wahrnehmung von imaginären Freunden wie Romanfiguren , Fernsehserien-"Helden", von Jugendlichen angeschwärmten Popidolen:

http://www.brandeins.de/archiv/magazin/machs-dir-nicht-zu-einfach/artikel/dein-bester-f...

und den Artikel: "Lust, Attrappenwirkung und affektive Bindung"

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10266

Teilzitat aus dem etwas "spröderen", letzteren Artikel:


"Affektive Bindung

Warum ist es manchmal traurig, auf der letzten Seite eines Romans anzugelangen, auch wenn der Roman gut ausging und man den Helden in bester Obhut seines glücklichen Geschicks weiß? Ein Aspekt unserer emotionalen Reaktion auf fiktionale Welten scheint durch das Modell der Attrappenwirkungen noch nicht ausreichend abgedeckt: der Umstand nämlich, dass wir nicht nur im Moment der Lektüresituation auf die gerade dargebotenen Attrappen reagieren, sondern dass wir auch über den eigentlichen Rezeptionsprozess hinaus quasi ,mit den Figuren leben' und zum Beispiel traurig sind, wenn sie - durch das Ende eines Films oder Romans - ,aus unserem Leben scheiden'. Zu den Attrappenwirkungen gehören offensichtlich auch Reaktionen aus dem Bereich unseres affektiven Bindungsverhaltens. Wir akquirieren in der Kunstrezeption auch neue Bekannte, ja neue Freunde, im Extremfall sogar ,verwandte Seelen'.

Der Soziologe Satoshi Kanazawa (2002) hat die Zufriedenheit einiger Amerikaner mit ihrem sozialen Umfeld untersucht und dabei festgestellt, dass Leute, die viel fernsehen (also eigentlich weniger tatsächlichen Umgang mit Freunden haben) nicht unzufriedener sind, sondern, wenn sie bevorzugt ,Daily Soaps' konsumieren, sogar eine höhere Zufriedenheit äußern als Leute, die wenig fernsehen und intensive Kontakte mit einem Freundeskreis pflegen. Er führt dies darauf zurück, dass unsere sozialen Bindungsadaptationen nicht grundsätzlich zwischen tatsächlichen und ,virtuellen' Freunden unterscheiden. In der Umwelt unserer Vorfahren sei jeder, über den wir viel wissen und mit dem wir viel erleben - wie die Alltagsmenschen der Fernsehserien oder die Prominenten in der Talkshow -, auch ein bindungsrelevantes Gruppenmitglied gewesen. Die einseitige Bekanntschaft mit Prominenten (die wir kennen, aber die uns nicht kennen) oder die virtuelle Bekanntschaft mit fiktiven Personen seien in unserem sozialen Bindungsverhalten so nicht vorgesehen. Entsprechend zählen wir solche ,imaginären Freunde' unbewusst zu unserer sozialen Nahwelt, und die soziale Wärme der Daily Soaps strahlt gewissermaßen bis ins Wohnzimmer. "

Zu imaginären (Dauer-)Gefährten bei Erwachsenen sind die Aussagen sehr spärlich und weisen auf gravierendere Ursachen hin,
z.B. "Most children grow out of imaginary friends, Newman says. But in some cases an imaginary friend can emerge in adulthood, usually in response to trauma, inability to cope with stress and sometimes psychotic illness.

In rare cases some adults develop what's known as Doppelganger syndrome, which occurs when they believe a twin or invisible friend accompanies them.

"Other people believe in angels and guardian angels, and they don't think there's anything out of the ordinary about that," she says."

aus dem englischsprachigen Artikel:

http://www.abc.net.au/science/news/stories/s1628324.htm


Grüße, 7s

(zu meinen Einsamkeitsbewältigungsstrategien gehört auch die Dauerberieselung durch TV und Radio, "sanfte Süchte" nennt Küstenmacher ("simplify...") solche Ersatzbefriedigungen, die auf Defizite hinweisen...)

Re: OT: Ein lebenlanges Problem neben dem Messietum

muecke, Donnerstag, 04.03.2010, 09:06 (vor 5807 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

ähnliche Selbstgespräche führe ich auch.

Zu Hause, bei langweiligen Arbeiten wie Papiere sortieren oder staubsaugen auch mal halblaut.

Im Auto, bei längeren Fahrten oder auch im Zug, dann aber lautlos.

Ich denke jeder Mensch mit Fantasie führt Selbstgespräche. Dass ich mir meinen Gesprächspartner

dabei so interessant wie möglich vorstelle ( ja, ich unterhalte mich mit Schauspielern) ist ,finde ich, normal.

Ich sehe das als Ausszeit an . So wie eine Meditation. Manchmal möchte ich auch kein Gespräch mit einem realen Menschen führen.

In diesen Selbstgesprächen kann ich über alles mögliche nachdenken, und oft auch Lösungen für Probleme finden.

LG muecke

Nachtrag

muecke, Donnerstag, 04.03.2010, 09:11 (vor 5807 Tagen) @ muecke

Bei der Arbeit rede ich (und auch einige meiner Kolleginnen)manchmal vor mich hin,

um die nächsten Arbeitsschritte zu ordnen.

Das ist etwas peinlich, aber auch dass ist normal, wenn es gerade hektisch ist.(Wie gesagt, nicht nur ich mache das)


LG muecke

Herzlichen Dank

Xandria, Freitag, 05.03.2010, 20:14 (vor 5805 Tagen) @ Xandria

für eure vielen Antworten und den darin enthaltenen Anregungen. Ich bin sie nicht im Einzelnen durchgegangen, aber was mir eh am meisten geholfen hat ist zu erkennen, dass ich nicht die Einzige bin, die so etwas tut. Aus welchen Gründen auch immer man es tut.

Einige Punkte aus meinem Anfangsposting wollte ich noch klarstellen.

Die Einsamkeit in der Kindheit: Sie ist nicht absichtlich von irgendjemanden herbeigeführt worden. Ich fühlte mich einsam und isoliert, was auch daran liegen mag, dass ich als Kind sehr sehr schüchtern war, dann waren meine Oma und meine Mutter (meine Hauptbezugspersonen) eben auch sehr ängstlich und wollte mich nicht weg lassen, weil sie befürchteten, dass mir was passieren könnte (Vergewaltigung - eine ihrer Hauptängste). Dann wohnte wir ziemlich außerhalb - naja und so kam es dann bei mir zu dem Gefühl von Isolation.

Heute habe ich wenige, aber beständige Sozialkontakte. Ich sehe mich selbst eher als Einzelgängerin im positiven, wie auch im negativen Sinne. Ich bin keine Person, die auf ewig mit anderen Zusammenglucken kann. Auch wenn ich Kontakt nach außen habe, kann es sein, dass ich mich nicht regelmäßig melde, mich zurückziehe. Positiv gesehen bin ich dadurch unabhängig und kann besser über mich selbst und meine Zeit bestimmen. Die Kehrseite der Medaillie ist natürlich wieder die Einsamkeit. Nähe und Distanz für uns Messies per se ein großes Thema, oder?

Meine Therapeutin ist nicht auf die Sache eingegangen, weil ich sie auch NICHT RICHTIG zur Sprache brachte. Ja, das muss ich zugeben. Denn mein Anfangsposting war das 1. Mal, dass ich Worte gefunden habe, die WIRKLICH beschreiben, wie die Sache mit meinen "Phantasiefreunden" wirlich ist. Ich habe als ich im Internetcafe nach dem Messies-Forum gegooglet habe, zufällig Links zu einem Psychologie-Forum gefunden, die genau dieses Thema beinhalteten. Das führte bei mir zu einer Erkenntnis und auch dazu, dass die Worte einfach so unbedacht aus mir rauspurzelten - Genau hierhin, in meinem "Zuhause"-Forum. Hoffe ihr versteht was ich mit "Zuhause" meine. Das allererste Mal, als ich über meine "Freunde" sprach, war mit meiner Freundin, die sowieso an Geistwesen glaubt und als solche sind sie dann bei ihr gelandet - das Gespräch traf aber auch nicht wirklich den Kern der Sache.

Ich will diese "Freunde" (was sie eigentlich auch wirklich sind) nicht los werden. Was mir am meisten Kummer macht ist, dass ich die Selbstgespräche (mit oder ohne Ton) nicht vor der Außenwelt verbergen kann oder nur sehr schlecht. Das ist mir MEGA-peinlich. Sprüche klopfen hilft auch nicht immer. Wenn ich drauf angesprochen werden, habe ich schon mal geantwortet: "Na wenigstens 1 X am Tag möchte ich mit einem intelligenten Menschen sprechen." Vielleicht muss ich aber auch hier - wie mit meinem Messe - eine andere Sichtweise entwickeln. Was aber sehr schwer ist, wenn man schon von Kindesbeine an dafür als verrückt abgestempelt wurde.

Was solls, ist halt eben eine andere kleine LIEBENSWERTE Marotte von mir.

Dieser Gedanke, den ich seit ich mein Anfangsposting geschrieben habe (kurz danach)habe, hilft mir auch, mich selbst besser kennen und lieben zu lernen.

Ich wollte diese Jahr mit mir Frieden schließen, dazu gehört auch solche Dinge zu akzeptieren. Denn dadurch komme ich immer mehr in meine Mitte und genau da will ich ja auch hin.

Liebe Grüße Xandria

Re: Herzlichen Dank

Ingo, Dienstag, 09.03.2010, 03:39 (vor 5802 Tagen) @ Xandria

Liebe Xandria,ich bin neu hier in diesem Forum. Du bist die erste, der ich hier antworte.
Ich möchte Dich bestätigen, mir geht es ähnlich. Ich rede auch ständig mit "mir selbst".
Natürlich rede ich nicht mit mir, sondern mit den Menschen,um welche sich soeben meine Gedanken drehen. Manchmal kommen unbemerkt REALE Menschen in meine Nähe und sprechen mich darauf an - möglicherweise haben sie auch ein paar Sätze verstanden und wollen wissen, was ich damit meine und ZU WEM ich das eben gesagt habe ... das war mir früher immer MEGA-peinlich !!!
Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, einfach dazu zu stehen ... ich antworte dann meistens, du , ich denke einfach laut... oder, (wenn mir die Person MEHR als nur einen Satz wert ist) ich diskutiere gern mit mir selbst, ich kann mich auf ein Gespräch so besser vorbereiten, oder so ähnlich !
Seitdem ist es mir wenigstens nicht mehr peinlich - nur versuche bitte nicht, Dich zu irgend etwas zu zwingen, du quälst dich damit nur unnötig SELBST !
So ... und jetzt bin ich gespannt, was ich hier noch alles entdecke ! vielleicht begegnen wir uns nochmal irgendwo hier im Forum... es grüßt ganz herzlich der Ingo

@ Ingo

Xandria, Dienstag, 09.03.2010, 14:15 (vor 5802 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

erstmal herzlich willkommen an Board! Danke für deine lieben Zeilen. Der Knackpunkt ist, dass ich noch immer 100%ig zu mirselbst stehe, mit all meinen Marotten.

liebe Grüße Xandria

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