Flucht oder Konfrontation? (Allgemein)

Wolfram, Dienstag, 09.02.2010, 11:14 (vor 5830 Tagen)

in einer Gruppe will einer über die anderen bestimmen. Zu einer solchen Situation gehören immer mindestens 2 Menschen, einer der bestimmt und einer der sich bestimmen läßt. Wenn ich mich aber nicht mehr bestimmen lassen will, gibt es 2 Möglichkeiten.
1. ich gehe nicht mehr zu dieser Gruppe (Flucht und innerer Frieden)
2. ich stelle mich diesem Konflikt, lerne evtl., wie ich damit noch besser umgehen kann.

Beides hat Vor- und Nachteile. Darum hier die Frage, wie Eure Meinung dazu ist und wie ihr das handhabt.

zu 1. habe ich mehrere Beispiele. Auswandern, ggf. auf eine einsame Insel, um das Problem zu verdeutlichen, einfacherer Weg, weshalb dies öfter angewandt wird.
zu 2. es entsteht ein höherer Blutdruck mit seinen Nachteilen. Psychologen raten diesen Weg am Beispiel der Angst. Höhenangst, hier Angst vor der Konfrontation.

ich habe 2. versucht und als ich merkte, dass es keine Lösung gibt, neige ich jetzt dazu, 1 die Flucht zu nehmen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich weiter bestimmen zu lassen. hauptsächlich aus dem Grund, wenn man es nicht merkt. Dies trifft ganz besonders auf die Kindheit zu. Oder auch bewußt? (ich will von anderen wissen, wo es lang geht, dann brauche ich mich nicht anzustrengen).

Re: Flucht vor Auseinandersetzung ?

Eva, Dienstag, 09.02.2010, 13:35 (vor 5829 Tagen) @ Wolfram

Hallo Wolfram,

zu 1. habe ich mehrere Beispiele. Auswandern, ggf. auf eine einsame Insel, um das Problem zu verdeutlichen, einfacherer Weg, weshalb dies öfter angewandt wird.

Wirklich einfacherer Weg?

Bei Messies kann ich mir das gar nicht so vorstellen. <li>Die müssten entscheiden, wie sie dabei mit Ihrem Hab und Gut umgehen. <li>Mitnehmen können sie nicht alles.<li>Einlagern und dafür bezahlen wahrscheinlich auch nicht.<li>Außerdem müssen sie schauen, wohin sie ins Ausland wollen und <li>wovon sie im Ausland leben werden.

Wenn das dann Flucht ist, kommen sie vielleicht vom Regen in die Traufe?

Ich würde nicht deshalb auswandern.

Gruß von Eva

Re: Flucht vor Auseinandersetzung ?

Wolfram, Mittwoch, 24.02.2010, 13:22 (vor 5814 Tagen) @ Eva

Hallo Wolfram,

zu 1. habe ich mehrere Beispiele. Auswandern, ggf. auf eine einsame Insel, um das Problem zu verdeutlichen, einfacherer Weg, weshalb dies öfter angewandt wird.

Wirklich einfacherer Weg?
Bei Messies kann ich mir das gar nicht so vorstellen.<li>Die müssten entscheiden, wie sie dabei mit Ihrem Hab und Gut umgehen.<li>Mitnehmen können sie nicht alles.<li>Einlagern und dafür bezahlen wahrscheinlich auch nicht.<li>Außerdem müssen sie schauen, wohin sie ins Ausland wollen und<li>wovon sie im Ausland leben werden.
Wenn das dann Flucht ist, kommen sie vielleicht vom Regen in die Traufe?
Ich würde nicht deshalb auswandern.
Gruß von Eva

das war ja nur ein Beispiel. Ich könnte auch sagen, weglaufen vor den anderen oder Konflikt aushalten.
Nachdem ich den Konflikt 5 Monate ausgehalten habe, habe ich mich jetzt für das Weglaufen entschieden. Problem ist nur, wenn ich immer weglaufen würde, hätte ich keine Ansprechpartner mehr. Darum halte ich manches länger aus als andere Leute.
Hierzu auch meine neue Webseite.

Viele Grüße
Wolfram
<ul><li>http://www.messie-selbsthilfegruppen.de/Hannover</ul>

Re: Flucht oder Konfrontation?

MarLe, Donnerstag, 18.03.2010, 22:24 (vor 5792 Tagen) @ Wolfram

Guten Abend Wolfram,

<font color=darkgray>>in einer Gruppe will einer über die anderen bestimmen. Zu einer solchen Situation gehören immer mindestens 2 Menschen, einer der bestimmt und einer der sich bestimmen läßt. Wenn ich mich aber nicht mehr bestimmen lassen will, gibt es 2 Möglichkeiten.
[quote]1. ich gehe nicht mehr zu dieser Gruppe (Flucht und innerer Frieden)[/quote]
2. ich stelle mich diesem Konflikt, lerne evtl., wie ich damit noch besser umgehen kann. </font color>

Ich glaube ganz fest, dass es nicht bloß 'entweder oder' gibt,
das ist mir zu schwarz/weiss.

Dein komplettes Post hab ich gelesen und mich gefragt, ob
sich deine Frage auf diese (oben zittierte) Gruppe bezieht?
Interpretiert habe ich, dass du über die Selbsthilfegruppe
sprichst.
Andererseits hatte ich aber auch den Eindruck, dass da eine
generelle Lösung gesucht würde.

Genau das ist (mein) Knackpunkt.
Ich habe erlebt und erfahren, dass ich mir in dieser Frage
keine Marke, keinen Maßstab anlegen kann.
Dieses Thema ist von Mal zu Mal von mir neu anzusehen und
zu entscheiden.
---
Zurück zu deinem Post:
Wenn in einer Gruppe die Situation auftaucht,
wie wäre es mit thematisieren?
Dann könnte jeder der Gruppe seine Meinung und seine
Lösungsvorschläge unterbreiten.
Weitere Möglichkeiten finden.

Eine Möglichkeit ist es, einen Moderator zu ernennen.
Was und wie er schaltet und waltet, sollte auch in der
Gruppe abgesprochen werden.
<font size=-1>Ich geb zu ich hasse diesen "Posten", ich
hasse es, nicht aktiv teilzunehmen und meine eigen Meinung
rauszuhalten. *kicher</font>

Oft ist sowas eine ganz gute Lösung, sowohl, wenn die
Gruppe aus starken Menschen besteht, wie auch, wenn sie
gemischt ist.
---
Sich einem Konflikt stellen heißt ja nicht auch automatisch
"Kampf". *find*
---
<font color=darkgray>>ich habe 2. versucht und als ich merkte, dass es keine Lösung gibt, neige ich jetzt dazu, 1 die Flucht zu nehmen.</font color>

...mhmMeine Frage ist:
Was verstehst du unter Lösung? oder: Was wäre für dich eine Lösung?
Wenn beide zurückstecken und ein Dritter moderiert, empfinde
ich als guter Ansatz.

Ein ganz anderer Ansatz ist, z.B. die beiden Kontrahenten
aus der Gruppe zu nehmen, damit sich die Gruppe als solche
ersteinmal festigt.
Den Beiden kann -unabhängig von der Gruppe- die Möglichkeit
gegeben werden, sich miteinander zu beschäftigen.

Ganz gut ist es, wenn man einen Austausch miteinander
schriftlich festhält, das kann ein Protokoll sein, das
kann aber auch nur einfach ein Zettel mit Stichworten sein,
die jeder für sich zum Gespräch mitbringt.
Bei schwierigeren Situationen hilft es auch, einen solchen
Austausch gleich auf dem Schriftweg zu machen, und erst
nachdem die ersten Anläufe waren, zu einem gemeinsamen
Treffen zu laden.
Ich habe oft erlebt, dass es ein ganz großes Problem darstellt,
überhaupt Gehör zu finden, bzw. den Inhalt eines Gespräches
aufzunehmen.
Was aber schriftlich da ist, kann nachgelesen werden.
Außerdem hört man nicht nach den ersten Wörtern schon auf
zu lesen - wohl aber wiederspricht man ganz gerne nach den
ersten Wörtern
Aber, es gibt sicher noch vielll mehr Möglichkeiten,
wenn man aus dem eigentlichen Problem ein Stückchen
heraus tritt. *find*
----
<font color=darkgray>>Beides hat Vor- und Nachteile. Darum hier die Frage, wie Eure Meinung dazu ist und wie ihr das handhabt.</font color>

Die letzte Situation, die ich hatte, betraf 5 starke
Persönlichkeiten. Zwei Stunden. Nerven. Ruhe-bewahren.
Glaub mal, ich war ganz nahe der Verzweiflung und extrem
nahe dran, aufzugeben, die Flucht zu ergreifen.
Nach einer weiteren Zeiten ist es gelungen, dass zumindestens
drei Personen miteinander "arbeiten" konnten, die letzten
Beiden haben ab dem Punkt keine wirkliche Rolle mehr gehabt.
Es war möglich überhaupt etwas miteinander zu entwickeln
= ein riesiger Fortschritt.

Ich bin nicht geflüchtet, aber ich würde sowas nicht nocheinmal
mitmachen, gebe ich zu, nochmal, würde ich die Zeit nicht
mehr investieren, dann doch lieber aufgeben!
Einen Lerneffekt aus diesem Konflikt habe ich nicht wirklich
mitgenommen.
----
Also, von mir kannst du keine Generalantwort bekommen.
Nichts, was ich immer anwenden könnte, oder was mir als
Maßstab dient, kein Leitsatz, kein MantraFür mich ist es jedesmal neu zu entscheiden und jedesmal
auch ein Wagnis.

<font face=Courier New>Nimm die Menschen wie sie sind, es gibt keine anderen.</font face>
meinte Adenauer.

Re: Flucht oder Konfrontation?

Wolfram, Freitag, 19.03.2010, 00:21 (vor 5792 Tagen) @ MarLe

danke Marle,

deine Vorschläge habe ich alle schon ausprobiert. Ich habe mich für die Flucht, d.h. Aussteigen entschieden. Es geht nicht mehr anders, wenn keiner mehr zuhört und nicht antwortet.
Das Sprechen miteinander ist das, was ich bei meinem Vater nicht gelernt habe. Darum sitze ich viel am PC in Foren, um mit anderen sprechen zu können. Und nun das Gleiche in der Gruppe.
Bei der Flucht kamen mir dann noch andere Beispiele zu Hilfe. z.B. die DDR Menschen, die vor dem Regime geflüchtet sind, nachdem sie vorher 1953 einen Aufstand versucht haben (Konfrontation)
Auch Scheidungen gehören zu dieser Flucht, was ja schon zum Normalen gehört.
Kinder reißen von zu Hause aus, wenn sie es nicht mehr aushalten.

Also für mich ist es so, dass ich erst mein Bestes versuche, wie Du das oben geschrieben hast und wenn das dann auch nicht mehr hilft, dann Flucht.

Insgesamt hat mir das insofern geholfen, dass ich eine Entscheidung getroffen habe, was ich als Messie noch nie so richtig konnte und dass ich meine Meinung behalten habe und damit das Selbstbewußtsein gestärkt wird.
Jetzt fühle ich mich besser und werde demnächst mal sehen, ob ich in meiner Wohnung auch mal etwas mehr machen kann.

zu den Einzelheiten der Vorgänge kann ich aus Anonymitätsgründen nichts sagen. Es sollte auch allgemein gehalten werden, wie Du das ja auch so schön geschrieben hast.

Viele Grüße
Wolfram

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