OT? - Vergebliche Zornesreden (Allgemein)

Donna1, Freitag, 05.12.2025, 00:04 (vor 48 Tagen)

Letzte Nacht konnte ich lange nicht einschlafen, weil ich im Geist zornige Reden gehalten habe.
Ich hatte jemandem geschrieben und er hat nicht geantwortet. Ich habe alle möglichen Schlüsse daraus gezogen und scharfzüngige Nachrichten formuliert und mich immer mehr reingesteigert. Irgendwann habe ich dann alles vor Gott ausgebreitet und ihn um Hilfe gebeten.
Heute morgen war dann eine Antwort da - und der ganze Zorn ist in sich zusammengefallen. Gott sei Dank!

Aber ich habe nichts daraus gelernt ...
Am Vormittag schrieb ich eine Nachricht an jemand anderes und bat um etwas. Stundenlang keine Antwort. Wieder alle möglichen Szenarien in meinem Kopf und spitzzüngige Kommentare und sogar die Absicht, ein geplantes Adventstreffen abzusagen. Irgendwann kam eine Antwort - und alles löste sich in Wohlgefallen auf.

Warum nehme ich so oft "das Schlimmste" an und mache mich verrückt damit?!
Kennt ihr das auch?

Es fällt mir eine Karte ein mit dem Spruch: "Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten "

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Re: Vergeblicher Zorn

Micha @, Freitag, 05.12.2025, 15:37 (vor 47 Tagen) @ Donna1

Hallo Donna,

Warum nehme ich so oft "das Schlimmste" an
und mache mich verrückt damit?!
Kennt ihr das auch?

Ja - ich habe dann versucht, mir auszumalen, warum noch keine Antwort kam und zwar diesmal konzentriert auf posetives bzw Erklärungen die nix mit mir zu tun hatten. Falls ich eine schnelle Antwort brauchte, schrieb ich hinzu: "bitte um Antwort bis x, weil ..."

"Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel."

Mittlerweile habe ich einen ganzen Werkzeugkoffer, aber mein erster Gedanke ist der Hammer :-D

Digitale Stille: Warum Chefs und Kollegen dir nicht sofort antwortet (und das okay ist)

Diesen Artikel fand ich ganz passend, obwohl er sich auf die Arbeitswelt bezieht, gut beschrieben

M i c h a

--
Du kannst die Brandung nicht aufhalten, aber du kannst surfen lernen.

Vergebliche Zornesreden

Bärbel @, Freitag, 05.12.2025, 17:33 (vor 47 Tagen) @ Donna1

Hallo Donna,

es ist schön, das sich die Dinge zum Guten gewandelt haben.
Leider neigen wir dazu da Negative eher zusehen als das Positive.
Du kannst mal versuchen dir vorzustellen, wenn jemand nicht gleich antwortet, er versucht die richtigen Worte zu finden und braucht etwas Zeit dazu.

Ganz liebe Grüße
Bärbel

Re: Vergebliche Zornesreden

Uschi @, Samstag, 06.12.2025, 10:25 (vor 46 Tagen) @ Donna1
bearbeitet von Uschi, Samstag, 06.12.2025, 10:38

Liebe Donna,
.

Letzte Nacht konnte ich lange nicht einschlafen, weil ich im Geist zornige Reden gehalten habe.
Ich hatte jemandem geschrieben und er hat nicht geantwortet. Ich habe alle möglichen Schlüsse daraus gezogen und scharfzüngige Nachrichten formuliert und mich immer mehr reingesteigert. Irgendwann habe ich dann alles vor Gott ausgebreitet und ihn um Hilfe gebeten.
Heute morgen war dann eine Antwort da - und der ganze Zorn ist in sich zusammengefallen. Gott sei Dank!

.

eine E-Mail oder SMS kommt relativ schnell beim Empfänger an. Trotzdem ist man gerade anderweitig beschäftigt und kann vielleicht nicht antworten? Eine SMS kann man auch nicht als ungelesen markieren und man vergisst zu antworten?

Falls ich eine schnelle Antwort brauche, dann rufe ich an und warte ggf. auf den Rückruf. Gleichfalls kann es auch beim Anruf passieren, dass der andere nicht ans Telefon geht, weil er gerade nicht telefonieren kann, es nicht hört oder …

Wenn ich an einem Kurs teilnehme, beim Schwimmen oder beim Essen bin, ist mein mobiles Telefon stumm oder leise geschaltet oder liegt im Umkleideschrank. Falls es gerade lädt bekomme ich u.U. auch nichts mit. ;-)

Ich bin gestern Morgen gegen 9 Uhr aus dem Haus, war am Mittag für ca. 15 Minuten zu Hause und kam am Abend gegen 19 Uhr wieder nach Hause. Im Familienchat waren über 30 Nachrichten (auch wegen Weihnachten), die ich erst nachher lese und darauf antworte. Ich war gestern Abend einfach platt.

LG Uschi

OT? - Vergebliche Zornesreden

Kirschblüte, Samstag, 06.12.2025, 13:03 (vor 46 Tagen) @ Donna1

Hallo Donna,


Warum nehme ich so oft "das Schlimmste" an und mache mich verrückt damit?!
Kennt ihr das auch?

Es fällt mir eine Karte ein mit dem Spruch: "Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten "

Grundsätzlich erstmal was Schlimmes annehmen, das kenne ich auch.
In dem speziellen Fall - also nicht so schnell beantwortete Whattapps -allerdings nicht.

Ich antworte selten sofort und kenne es von meinem Umfeld auch nicht so, dass man immer sofort antwortet.
Da ist zum einen ja die Arbeitszeit, während der man nicht ans Handy geht.
Dann gibt es natürlich auch Freizeitaktivitäten wie Schwimmbad, Sauna, Sport wo man das Handy nicht bei sich hat.
Oder Kino oder ähnliches, wo man es vielleicht ausstellt. Oder sonstwas.

Ich selbst habe auch keine mobile Daten. Ich nehme mein Handy zwar meist mit, um im Notfall telefonisch erreichbar zu sein, aber ich empfange eben keine Whatsapps.

Zu Hause liegt es auch oft stundenlang unbeachtet in der Ecke.

Und auch wenn ich die Nachrichten lese: manchmal bin ich einfach zu müde oder zu sehr in Eile um sofort zu antworten. Oder ich muss ich erstmal darüber nachdenken.

Klar, manche Fragen müssen schnell beantwortet werden. (Wenn ich z.B. eine Nachricht bekomme, Kollegin ist erkrankt, kannst du morgen arbeiten, dann muss die Antwort natürlich schnell erfolgen, da der morgige Arbeitstag sonst anders organisiert werden muss. Aber da reicht ja ein kurzes Ja oder notfalls auch Nein, habe Termine).
Ansonsten antworte ich eben dann, wenn es mir passt (wobei dann natürlich leider auch die Gefahr besteht, dass man es vergisst...und dann manchmal erst wieder bei der nächsten Nachricht dran denkt...)

Zum Schlimmsten annehmen: in anderen Fällen (nicht in Fällen von whattsapps, sondern ganz allgemein) mache ich das durchaus auch öfters.
Vielleicht versucht man sich irgendwie auf den schlimmsten Fall vorzubereiten.
Damit es einen dann nicht so völlig aus dem Nichts trifft.

Der Spruch am Ende gefällt mir :-)

Kirschblüte

Danke für eure Antworten!

Donna1, Samstag, 06.12.2025, 13:52 (vor 46 Tagen) @ Donna1

Da muss ich wohl Geduld lernen - und Zuversicht ;-).

Einen schönen 2. Advent wünsche ich uns allen!
Nachher gehe ich in ein Bläserkonzert.

LG Donna

Statt Zornesreden

Donna1, Donnerstag, 11.12.2025, 13:21 (vor 41 Tagen) @ Donna1

Da las ich gestern einen passenden Text:

Die Ahnung

Ich trank meinen Morgenkaffee und ahnte nichts Böses.
Es klingelte.
Ich ahnte noch immer nichts Böses.
Der Briefträger brachte mir ein Schreiben.
Nichts Böses ahnend, öffnete ich es.
Es stand nichts Böses darin.
Ha! rief ich aus,
meine Ahnung hat mich nicht betrogen.

Erich Mühsam (1878-1934)

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