Re: Was macht das Perfektionismusteufelchen ? (war: Mein Haushaltsplan und ich) (Allgemein)

MarLe, Donnerstag, 08.10.2009, 22:12 (vor 5953 Tagen) @ Kirschblüte

Liebe Kirschblüte,
ich finde es ganz toll, dass du dir Gedanken gemacht hast
und aufgeschrieben, probiert und getestet.
Meine Hochachtung!

Noch Größere Hochachtung, dass du das -so verstehe ich's- so umgreifend und umfassend gemacht hast.

Sich die ganze Bandbreite einmal bewußt zu machen
Und jetzt hast du deine Erfahrungen gemacht und reflektiert.
(Danke für's teilhaben lassen)
Dabei auch rausgefunden *denk*, was für dich passend ist
und was nicht.
---
Für mich stelle ich immer wieder fest, wie wichtig es ist,
mir über die Zeit, die ich für die Dinge brauche, im Klaren
zu sein.

Mittlerweile hat sich ganz viel entwickelt.
Das ist irgendwie passiert.
Bezieht sich auf alles, nicht bloß auf das Chaos.
Mancher Plan wird auch wieder verworfen, oder ist überholt,
Und ich bin mir bewußt, dass ich viele "Werkzeuge" an der Hand
habe und wählen kann, was gerade paßt.

*lächel* ...und oftmals kommt doch alles anders, als ich
geplant habe oder mir gedacht habe.
(Gerade wenn mal wieder eine Erkrankung durch die Familie zieht)
---
Feste:
Planung ist mein "A" und "O".
Und ich bin darin ganz gut geworden.
Ich habe sogar einmal einen "Backeinsatz" genau geplant.
Es stellte sich heraus, dass die Planung 10 Min. gedauert hat,
die 4 Kuchen aber flott und richtig toll von statten gingen.
Ich kannte das auch anders. *grins*

Es gibt viele Tipps in Büchern, oder auch z.B. von der FlyLady und Anderen.

Mein Tagesplan passe ich dann jeweils an(Je nach Fest: mehrere *breit-grins)

Am meisten muss ich mich immer selber bremsen,
den Perfektionismusteufel oder auch Zu-viel-wollen.
Realistische Ziele *seufz* bekannt, aber nicht immer mein Ding.
(Weil ich auch gerne Zwischenschritte vergesse)
---
Lieben Gruß
Marlene
PN

Also: es war gut, sich einmal Gedanken zu machen, welche Arbeiten müssen überhaupt gemacht werden und in welchem Abstand. Und es war gut, diese Gedanken auch niederzuschreiben. Und ein Kontrollinstrument zu haben ist auch gut.
Aber die praktische Arbeit damit ist mühsam und oft entmutigend.
Ich arbeite eigentlich am allerliebsten mit Done-Listen. Irgendwo anfangen, etwas zu tun, und das Getane dann hinterher schriftlich zu fixieren. Das geht für mein Empfinden schnell. Bei einem Plan muss ich suchen, wo der entsprechende Punkt steht und aufpassen, dass ich nicht in der Zeile verrutsche. Das empfinde ich oft als mühsam.
Ist das einfach nur Gewohnheitssache oder habt Ihr ein besseres System?
Wirklich entmutigend ist aber, dass viel Arbeit einfach unter den Tisch fällt.
Beispielsweise ist das Thema „Feste“ noch überhaupt nicht in meinen Plan integriert. Und wir hatten jetzt kürzlich den 10. Hochzeitstag, Einschulungstag, den Kindergeburtstag und meinen Geburtstag. Als nächstes folgen der 70. Geburtstag meiner Mutter, und dann Weihnachten. Und dann gibt es noch diverse Einladungen, für die ich „nur“ ein Geschenk kaufe und verpacke. Jedes dieser Feste hat ganz unterschiedliche Anforderungsprofile an mich.
Wie handhabt Ihr das mit Festen?
In den Haushaltsplan integriert?
Eine grundsätzliche Festliste?
Für jedes Fest eine Extra-Liste? (Ich meine, es ist ja ein Unterschied, ob ich bspw. ein festliches Menue koche oder bspw. nur einen Tisch im Restaurant bestelle etc.)
Viele andere Punkte, die wichtig sind, aber keinen festen Termin haben, sind ebenfalls nicht notiert. (Dinge wie: Geburtstagsgeschenke einkaufen, Bücher rechtzeitig zur Bücherei zurückgeben, einen Termin z.B. beim Zahnarzt vereinbaren etc.) Oder Dinge, die nicht vorher planbar sind, (wie z.B. in der Apotheke ein Medikament für ein erkranktes Familienmitglied zu besorgen).
Habt Ihr solche Sachen ebenfalls im Plan?
Insgesamt geschieht es abends oft, dass ich eine lange Done-Liste habe - und doch nur wenig in den Plan eintragen kann. Und das deprimiert und entmutigt.
So geschieht es auch, dass in dem Plan Lücken sind. Wenn man dann die angekreuzten Blätter sieht, sieht man eben nur die Lücken. An meinen Done-Listen kann ich sehen, woher diese Lücken kommen. z..B. weil ich an diesem Tag vieles erledigt habe, was auch wichtig war, aber eben nicht im Plan steht. Oder ich kann z.B. notieren, dass ich krank war. Oder, oder, oder, oder… Wenn wir bspw. im Restaurant essen, kann ich das auf meiner Done-Liste notieren – in meinem Abkreuzplan fehlen dann aber die Dinge, wie Herd sauber machen, die Küchenoberflächen aufräumen und abwischen etc, etc. Mit dem Plan ist nur erkennbar, dass das an diesem Tag nicht gemacht wurde – nicht aber, dass es an diesem Tag schlicht und ergreifend nicht nötig war.
Wie geht Ihr mit nichterledigten Punkten um? Gibt es Notizen dazu, warum sie nicht erledigt wurden?
Wenn ja, wird das dann nicht zu unübersichtlich?
Ein weiterer Punkt, warum ich lieber mit Done-Listen arbeite, ist, dass die Einteilung der Punkte auch nicht jeden Tag passen.
Bspw. habe ich meine Hot-spots aufgeteilt (also die Orte, an denen sich immer wieder Krams sammelt, obwohl dort besser nichts liegen sollte, wie z.B. Sofa, Treppe etc.). An manchen Tagen hat sich dort so viel angesammelt, dass mir jedes einen einzelnen Punkt wert ist. An anderen Tagen liegt dort ausnahmsweise mal nichts oder nur ein, zwei Sachen – so dass ich es in meiner Done – Liste mit mehreren Punkten zusammenfasse.
Andere Dinge wiederum muss ich mir aufteilen. Kühlschrank reinigen ist bspw. immer einer der von mir am allermeist gehassten Punkte. Die Notwendigkeit es zu tun, sehe ich aber durchaus ein. Auf meiner Done – Liste kann ich mir diese Aufgabe in viele, viele Unterpunkte aufteilen und mir die entsprechende Punktzahl geben. In meinem Plan habe ich dafür nur einen Punkt. Auf der einen Seite macht es natürlich keinen Sinn, diese Arbeit in mehrere Tage aufzuteilen (also bspw. Montag Kühlschrank ausräumen, Dienstag den Kühlschrank mit Spüli auswischen, Mittwoch den Kühlschrank mit Essig auswischen, Donnerstag den Kühlschrank nochmal mit Wasser auswischen und Freitag dann wieder einräumen) – aber wenn ich diese (und noch einige Unterpunkte mehr) auf meiner Done – Liste notiere, erhält meine Arbeit für mich wesentlich mehr Wertschätzung als einfach nur ein Punkt „Kühlschrankreinigung“.
Der Aufwand, einen Kühlschrank zu reinigen, ist wesentlich höher als z.B. regelmäßig das Sofa frei zu räumen – und troztdem gibt es derzeit für beide nur einen Punkt auf meiner Liste.
Speziell beim Kühlschrank würde mich interessieren, wie sehr unterteil Ihr da? Wie oft steht das generell auf Eurer Liste und wie „gründlich“?
Generell bleibt für mich die Frage: wie sehr will ich meine Punkte unterteilen?
Eine Grobeinteilung wird dem Aufwand oft nicht gerecht, aber bei einer zu feinen Unterteilung lohnt sich auch nicht immer die Erwähnung desselben….
Mein Fazit bezüglich des Planes: nach wie vor finde ich die Grundidee, ein Gerüst, einen Plan zu haben gut. Auf einen Blick sehen zu können, was schon länger vernachlässigt ist und mal wieder dran wäre.
Trotzdem: so, wie ich den Plan im Moment habe, finde ich es oft seeeehr müselig und sehr oft entmutigend und deprimierend….
Viele grüße
Kirschblüte


gesamter Thread:

 

powered by my little forum