Re: Off Topic (?): Könnt ihr mir helfen? Hab da mal (wieder) eine Frage... (Allgemein)

Schlumpfine, Samstag, 03.10.2009, 12:04 (vor 5958 Tagen) @ Xandria

>Vielleicht noch eine kleine Anregung: Statt die Wurst oder den Käse auf dem Tisch liegen zu lassen und später wegzuschmeißen, lieber direkt in den Kühlschrank. (Also nicht darauf warten, bis sich deine Lieben mal dazu bequemen - auch wenn du normalerweise keine Wurst oder keinen Käse ist). Würde auf jedenfall auch dein Geld sparen.
[quote]Gruß Xandria
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Liebe MarLe, hier spricht Xandria mir aus der Seele.

Hier bei uns gilt die Regel: Was nicht unmittelbar im Gebrauch ist und was verderben kann, wird sofort wieder eingeräumt.

TK-Kräuter innerhalb weniger Sekunden, d. h. sie sind weniger als eine Minute außerhalb des Gefrierschranks.
Frischmilch (vom Bauernhof) wird aus dem Kühlschrank geholt, ins Glas geschüttet und zurück in den Kühlschrank gestellt, bevor aus dem Glas getrunken wird.
Pasteurisierte Milch bleibt schonmal etwas länger draußen - etwa solange, bis das Glas leergetrunken ist.
Bei Aufschnitt unterscheide ich Frischwurst (Fleischwurst, Bierschinken etc.) und Dauerwurst (Salami o.ä.).

Ganz pingelig bin ich bei Mett (= rohes, gewürztes Schweinehackfleisch) bzw. Mettwurst, Corned Beef und Geflügelaufschnitt. Wenn eine längere, gemütliche Frühstücksrunde geplant ist, kommt davon nur soviel auf den Tisch, wie voraussichtlich gegessen wird. Der Rest ist nur so lange außerhalb des Kühlschranks, wie es dauert, einzelne Scheiben auf einen Teller zu legen.

Käse isst keiner außer mir hier. Davon hole ich mir ein- biszweimal pro Woche soviel , wie ich in den nächsten 3-6 Tagen voraussichtlich essen werde. Wenn ich mich verkalkuliert habe, werfe ich Käse weg, der unappetitlich aussieht und/oder eklig riecht.

Den Kühlschrank, Brotkorb, Vorrats- und Gefrierschrank "manage" ich alleine, weil die Erfahrung mich gelehrt hat, dass Teenager, speziell wenn sie in Rudeln auftreten, kein Interesse daran haben, meine Vorratswirtschaft im Blick zu behalten. Um Lebensmittel zu verschwenden, reicht unser Familienbudget einfach nicht aus.

Ich gelte als aufmerksame Gastgeberin, weil ich (Relikt aus Hardcore-Messie-Tagen) kaum jemanden in meine Küche und an den Kühlschrank lasse. Ich biete an, was da ist und serviere am Tisch, was gewünscht wurde. Was anderweitig (z.B. für die nächste warme Mahlzeit) verplant oder knapp ist, biete ich gar nicht an. Obwohl Kühlschrank und Küche schon sehr lange i.d.R. sauber und aufgeräumt sind, sitzt mein Territorialanspruch gegen unerbetene Eindringlinge ins Küchenchaos noch tief.

Die Grenze, die ich Besuchern und anderen Familienmitgliedern während der Chaos-Jahre gesetzt habe, habe ich gehalten. Ich will einfach nicht, dass Lebensmittel verderben oder verschwendet werden. Das ist mir sehr wichtig und meine innere Klarheit wird von meinem Mitmenschen respektiert. Auch wenn der äußerliche Grund "Chaos" und der innerliche Grund "Scham" nicht länger meinen Wunsch nach Kontrolle über Menge und Darreichungsform von Lebensmitteln aus meinen Vorräten untermauern.

Liebe MarLe, ich finde es richtig und wichtig, dass du die Verantwortung für diesen Teil eures Zusammenlebens übernehmen willst, falls dir das Wegwerfen so zuwider ist wie mir. Mein ganz persönlicher Grund, das Thema so rigide zu handhaben, ist mein Ekel vor verdorbenen Speisen. Ich mag nicht essen, was Hände von zweifelhafter Sauberkeit berührt haben und mag nicht anfassen, was infolge fremder Nachlässigkeit verdorben ist.

Wenn dir das Thema "Wurst&Käse" im Grunde "wurscht" ist. Oder wenn du dich gar vor dem Umgang damit ekelst - ganz gleich ob verdorben oder frisch - einfach weil du das Zeug nicht magst. Dann findest du vielleicht ein (oder zwei) Familienmitglied(er) das (die) du mit der Verantwortung dafür verbindlich betrauen kannst.

Wie immer du damit umgehst, liebe MarLe: Ich wünsche dir die innere Klarheit, zu erkennen, was dir wichtig ist und am Herzen liegt. Und die dazu passenden, unmissverständlichen, im Ton verbindlichen, in der Sache unnachgiebigen Ausdrucksformen, um dafür zu sorgen dass deine Interessen im familiären Zusammenleben angemessen berücksichtigt werden.

Einen erholsamen Feiertag wünscht uns allen

*winke* Schlumpfine


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